Ausflugstipp: Das Bibelmuseum Wuppertal

von Dr. Brigitta Duhme-Hildebrand

Sonntag, 05.08.2018

Nahaufnahme eines Bibeltextes Psalm 23
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Im Wuppertaler Bibelmuseum gibt es u.a. eine der größten Sammlungen ausländischer Bibeln weltweit zu bestaunen.

Für die Besucher, die in den Räumen an der Bendahler Straße auf den Spuren der Heiligen Schrift wandeln, gibt es nicht nur viel zu gucken und zu bestaunen. Sie können auch selber aktiv werden und verschiedene alte Handwerkskünste ausprobieren.

Wie es sich für ein Bibelmuseum gehört, stehen das Wort (Gottes) und seine Überlieferung im Mittelpunkt. Beides zieht sich wie ein roter Faden durch die insgesamt zwölf Ausstellungsräume. Anhand von ägyptischen Hieroglyphen und der Keilschrift der Sumerer und Babylonier erfährt der Besucher zum Beispiel etwas über die frühen Versuche des Menschen, Informationen und Geschichten für nachfolgende Generationen festzuhalten. Gleichzeitig bewegt man sich hier schon auf den Spuren des Volkes Israel, das einst sowohl von Ägypten als auch durch die Babylonier versklavt wurde.

Die entsprechenden Geschichten werden im Alten Testament erzählt, dem im Bibelmuseum ebenfalls ein eigener Raum gewidmet ist. Hier gibt es u.a. eine Tora-Rolle aus dem 17. Jahrhundert und einen Tora-Behälter aus dem 19. Jahrhundert zu bestaunen. In einem weiteren Raum geht es um Schriften und um das Material, mit dem die antiken Schreiber seinerzeit gearbeitet haben: Neben Papyrus und Pergament haben sie dazu auch Wachstafeln genutzt. Bei einer Führung durch das Bibelmuseum können die Besucher miterleben, wie solche Wachstafeln hergestellt werden und diese dann auch selber "beschriften".

Selbst Hand anlegen können die Besucher außerdem beim Papierschöpfen. Unter fachkundiger Anleitung können sie diese alte Handwerkskunst ausprobieren. Gleiches gilt für den Gutenberg-Raum: Hier steht der originalgetreue und funktionstüchtige Nachbau einer Gutenberg-Druckerpresse, die am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit einen entscheidenden Wendepunkt in der schriftlichen Kommunikation und damit auch in der Verbreitung der Bibel markierte. Hier besteht für Besucher die Möglichkeit, auf der Gutenberg-Presse selber einen Bibelvers zu drucken und ihn anschließend mit nach Hause zu nehmen. Außerdem gibt es in diesem Bereich mit beweglichen Lettern gedruckte deutsche Bibeln zu sehen, die im 15. Jahrhundert hergestellt wurden - die so genannten Inkunabeln.

Ein anderer Raum des Bibelmuseums widmet sich archäologischen Funden. Hier sind u.a. steinerne Zeugnisse zu sehen: Inschriften mit Namen von Personen oder Stätten, die auch in der Bibel vorkommen. Manche dieser außerbiblischen Zeugnisse dokumentieren sogar geschichtliche Vorgänge wie etwa die Königsherrschaft Omris über Israel. Eine Episode, die auch in der Bibel (1. Könige 16) nachzulesen ist.

Natürlich darf im Bibelmuseum ein Raum für das Neue Testament nicht fehlen. Und genauso wenig eine Sammlung von Bibeln. Im Wuppertaler Museum gibt es deshalb mit gut 900 Exemplaren eine der größten Sammlungen ausländischer Bibeln weltweit zu bestaunen. Das Bibelmuseum ist freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem kann es von Montag bis Samstag nach Voranmeldung besucht werden. Gerade für Konfirmanden aber auch für andere kirchliche Gruppen und für Schulklassen ist das Museum ein lohnendes Ziel.

Die Öffnungszeiten und weitere Infos gibt es unter www.bibelmuseum.de . Während der Sommerferien betreut Frank Warias die Besuchergruppen. Eine Anmeldung ist erforderlich – entweder telefonisch unter 0202 – 31310 oder per Mail

Sonntag, 05.08.2018