fleißige Bienen: warum sie unersetzlich sind

von Sophie Eitle

Sonntag, 24.08.2014

eine Honigbiene auf einer weißen Blüte
Ohne Blütenbestäubung durch Bienen sähe es in der Obst- und Gemüseabteilung mau aus

Nach Rind und Schwein ist sie das wichtigste Nutztier des Menschen. Ohne sie gäbe es ein Drittel unserer Nahrung nicht. Sie ist für 3000 Mrd. Dollar Umsatz auf dem Agrarmarkt verantwortlich, und sie ist in Gefahr: die Biene.

"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." Dieses Zitat, das Albert Einstein zugeschrieben wird, macht deutlich, wie groß die Abhängigkeit des Menschen von der Biene ist: 80% aller Pflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen, Wespen und Hummeln abhängig. Die Wichtigste unter ihnen ist die Honigbiene. Unter den 560 Wildbienenarten in Deutschland befinden sich gerade mal sieben Honigbienenarten.

Die gilt es mehr zu schützen, denn die Biene ist vielen Gefahren ausgesetzt, die ihr Überleben gefährden. Der Hauptfeind der Honigbiene ist die Varroamilbe. Dieser Schädling setzt sich zum einen  auf die Bienenlarven, ernährt sich vom Körper der ungeschlüpften Biene und sorgt so dafür, dass sie lebensunfähig wird. Zum anderen schwächt die Milbe das Immunsystem und den Orientierungssinn erwachsener Bienen, so dass diese nach dem Ausflug ihren Bienenstock nicht mehr wieder finden.

Auch der Mensch macht der Biene das Leben schwer: Landwirte besprühen ihre Felder mit Pestiziden, um sie von Schädlingen freizuhalten. Doch die Pflanzenschutzmittel schaden oft auch den Bienen, die versuchen die Pflanzen zu bestäuben. Ebenfalls negativ wirkt sich der Anbau von Monokulturen aus. Viele Bauern spezialisieren sich nur auf einige wenige Pflanzen, die sie anbauen, um so höhere Erträge und mehr Profit zu erzielen. Das aber geht zu Lasten der Pflanzenvielfalt. Den Bienen fehlen blühende Blumen als Nahrung, so dass sie einseitig ernährt sind und noch mehr geschwächt werden. Und wenn die Blütezeit auf den Monokulturen vorbei ist, fehlt es den Bienen komplett an alternativen Nahrungsquellen.

Aus all diesen Gründen sehen sich immer mehr Imker gezwungen, mit ihren Bienenvölkern in die Stadt zu ziehen, da die Bienen hier im Vergleich zu den ländlichen Regionen ganzjährlich Nahrung finden – etwa in Schrebergärten und Parks. So wurde "Stadtimkerei" mittlerweile schon zu einem neuen Trend. Doch auch er ist keine wirkliche Lösung, die das Überleben der Bienen sichern kann.

"Wir sind die größten Naturschützer weltweit mit unsere Bienenhaltung“, so Uwe Plath, Imker aus Düsseldorf. Er wünscht sich mehr Unterstützung. Durch den Kauf von deutschem Honig und Bienenwachsprodukten im Supermarkt oder direkt beim Imker könne jeder etwas tun, "um die nachhaltige Bienenzucht in Deutschland zu fördern."

Eine besondere Chance, den Bienen aktiv zu helfen bietet sich aktuell den Düsseldorfern: Nach den verheerenden Schäden, die der Pfingststurm "Ela" angerichtet hat, soll die Stadt bienenfreundlich aufgeforstet werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat dazu die Aktion "Mein Baum für Düsseldorf - mein Baum für die Bienen" vorgeschlagen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und allen Imkervereinen im Kreis Düsseldorf sollen zur Aufforstung der Sturmschäden nicht nur Kastanien, Linden und Erlen gepflanzt werden, sondern auch Obstbäume und so genannte Bienenbäume, die zu  den Zeiten blühen, wenn die Biene normalerweise keine Nahrung mehr finden würde. "Wir wollen mit unserer Aktion nächstes Jahr bewirken, dass jeder Düsseldorfer, der ein bisschen Garten hat, sich so einen Bienenbaum leisten kann und sich in seinen Garten stellt“, so Uwe Plath.

Mehr Infos zur Aktion "Mein Baum für Düsseldorf" finden Sie unter http://www.bund-duesseldorf.de/themen_und_projekte/mein_baum_fuer_duesseldorf/

Sonntag, 24.08.2014