heute: Gottesdienst für Mensch & Tier

von Manfred Rütten

Sonntag, 24.08.2014

kleines Kind mit Katze
Wo sich Mensch und Tier ganz nahe kommen: beim Spielen, Schmusen - und im gemeinsamen Gottesdienst

Unter bundesdeutschen Dächern leben rund 28 Millionen Haustiere – vor allem Hunde und Katzen, aber auch Vögel, Hamster, Kaninchen oder Meerschweine. In die Kirche kann man sie normalerweise nicht mitnehmen, aber: Es gibt Ausnahmen …

Die Evangelische Stadtkirchenarbeit in Bielefeld lädt am Sonntag (24. August 2014 ab 10.30 Uhr) zum fünften Mal ein zu einem "Gottesdienst für Mensch und Tier". Wie bereits im Vorjahr findet der open-air-Gottesdienst erneut in der Bielefelder Innenstadt statt – direkt vor der Altstädter Nicolaikirche am Leineweberbrunnen. Die Besucher können ihre Haustiere mitbringen, aber auch wer keins hat, ist herzlich willkommen, sagt Pfarrer Armin Piepenbrink-Rademacher, der den Gottesdienst gemeinsam mit dem Verein "Achtung für Tiere e.V." aus Gütersloh organisiert.

Über die Hintergründe des "tierischen" Gottesdienstes sagte der Bielefelder Pfarrer im PEP-Interview: "Wir machen das als Gemeinde sehr gerne, (…) weil wir überzeugt sind, dass es richtig ist, nicht nur Themen anzusprechen – also beispielsweise das Thema des Tierschutzes oder so – sondern das MIT den betreffenden Mitgeschöpfen können wir ja sagen, also den Tieren gemeinsam zu feiern. (…) Wir sind auch sehr mit Albert Schweitzer verbunden in unserer Gemeinde, der hat mal gesagt: `Ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will´ und das ist uns so ein bisschen ein Leitwort geworden - also die Tiere sind nicht unser Spielzeug, sondern unsere Mitgeschöpfe."

Statt einer Predigt sind im Gottesdienst die Lebensgeschichten von Hunden und anderen Tieren zu hören, die aus der Sicht der Vierbeiner erzählt werden. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Junge Gospelchor der Gemeinde unter der Leitung von Kamilla Matuszewska. Vorgesehen ist außerdem auch wieder eine vegane Speisung für Mensch und Tier. Dazu erklärt Pfarrer Armin Piepenbrink-Rademacher: "Die Tiere und die Menschen kriegen dasselbe. Das ist natürlich kein Abendmahl, aber es ist etwas, was die Idee des Abendmahls transportiert: Gemeinschaft. Der Glaubenden, oder hier in diesem Fall: Gemeinschaft der Geschöpfe." Eine individuelle Tiersegnung werde es nicht geben, aber selbstverständlich seien alle anwesenden Tiere als Geschöpfe Gottes mit eingeschlossen, wenn am Ende des Gottesdienstes der Segen gesprochen werde.

Sonntag, 24.08.2014