auf Jesu Spuren: unterwegs auf der Via Dolorosa

von Elke Zimmermann

Freitag, 03.04.2015

Pilgergruppe mit Kreuz in Jerusalem
In der Karwoche und zu Ostern zieht es immer viele Pilger nach Jerusalem

Obwohl an keiner Stelle der Bibel exakt beschrieben wird, wie der Weg aussah, den Jesus zu seiner Kreuzigung gegangen ist, waren sich Pilger über Jahrhunderte sicher: Er war auf der Via Dolorosa unterwegs.

Es darf allerdings bezweifelt werden, ob es diesen Weg durch die Jerusalemer Altstadt vor rund 2.000 Jahren überhaupt so gegeben hat und falls ja: auf welcher Route der Weg tatsächlich durch die Stadt führte. Fakt ist: Das heutige Niveau der Stadt liegt inzwischen mehrere Meter höher, als es zur Zeit Jesu gewesen ist. Die damaligen Straßenverläufe sind deshalb heute gar nicht mehr nachzuvollziehen und dürften sich im Laufe der Zeit auch verändert haben. Außerdem stammt der Name "Via Dolorosa", der übersetzt "Der schmerzhafte Weg" oder "Leidensweg" bedeutet, erst aus dem 16. Jahrhundert.

Die Via Dolorosa beginnt im muslimischen Viertel von Jerusalem bei der ehemaligen römischen Festung Antonia, an der nördlichen Tempelbergmauer, und endet etwa 700 Meter weiter in der sogenannten Grabeskirche. Auf diesem Weg liegen die traditionellen 14 Kreuzweg-Stationen – neun davon entlang der Straße und die übrigen fünf in der Grabeskirche selbst. Anhand der Stationen lässt sich der Leidensweg Jesu nachvollziehen, angefangen von der Verurteilung durch Pontius Pilatus über die Stelle der Kreuzigung bis hin zum Grab. Doch wie eingangs schon erwähnt: historisch wirklich gesichert ist weder der Weg noch sind es die einzelnen Stationen. Daher ist der Weg über die Via Doloros eher als Verbindung von Gedenkstätten als eine Wanderung in Jesu Fußstapfen anzusehen.
Freitag, 03.04.2015