"Geht doch!": Klima-Pilger haben NRW erreicht

von Carsten Griese

Sonntag, 18.10.2015

qualmende Industrieschornsteine, im Vordergrund ein Kreuz.
Der ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt rund 1.500 Kilometer von Flensburg nach Paris.

Ein breites Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, christlichen Entwicklungsdiensten und Verbänden hat am 13. September in Flensburg einen ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit gestartet. Ihr Ziel: Die UN-Klimakonferenz Ende November in Paris.

Auf ihrem Weg dorthin sind die "Klima-Pilger" inzwischen in Nordrhein-Westfalen angekommen. Von Osnabrück kommend erreichten sie am 13. Oktober das Münsterland. Über Lengerich, Saerbeck, Greven, Münster, Rinkerode, Herbern und Lünen führt der Weg weiter nach Dortmund, wo sie am 20. Oktober eintreffen werden. Am Abend sind die Pilger und weitere interessierte Gäste ab 18 Uhr zu Gast in der Aula des Mallinckrodt-Gymnasiums Dortmund (Südrandweg 2-4, 44139 Dortmund). Unter dem Titel "Zukunft in Gefahr – Klima und Generationengerechtigkeit" diskutieren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sowie Jugendliche aus evangelischer und katholischer Jugend mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Vertretern/-innen aus Kirche, Politik und Gesellschaft.

"Beim Klimapilgern verbinden sich zwei essentielle Dinge: unsere spirituellen, geistlichen Wurzeln, die uns tragen, und das politische Engagement, das in unserem Glauben begründet ist“, erklärte Klaus Breyer vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen in einer Pressemitteilung der westfälischen Landeskirche. Gottes Weisungen an die Menschen, die Erde zu bebauen und bewahren und Anwälte der Schwachen zu sein, seien "angesichts des katastrophalen Klimawandels und des jahrzehntelangen Versagens der Weltklimapolitik höchst politisch". Klimaschutz verschaffe mehr Gerechtigkeit, helfe, Armut zu bekämpfen, trage dazu bei, Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu sichern, und sei zudem "eine wichtige Säule der Bekämpfung von Fluchtursachen", sagte Breyer.

Von katholischer Seite hieß es in der Pressemitteilung: "Wir wollen durch den Klimapilgerweg die Vorbereitung der sehr entscheidenden Weltklimakonferenz in Paris unterstützen, indem wir auf die Notwendigkeit eines entschiedenen Handelns der Staaten hinweisen", erläuterte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. "Gleichzeitig möchten wir möglichst viele Menschen auf dem Weg mitnehmen und ansprechen, um sie für ein Handeln aus ökologischer Verantwortung zu stärken". Mit dem Klimapilgerweg griffen die Organisatoren das alte christliche Motiv des Weges auf, schilderte Zekorn. (…) "Das Unterwegssein macht deutlich, dass das Leben des Einzelnen und der Staaten ein Prozess ist, der verantwortet gestaltet werden muss. Zu dieser aktiven und verantworteten Gestaltung der Welt rufen wir auf".

Nach der Station in Dortmund führt der Pilgerweg für Klimagerechtigkeit nach Wuppertal und anschließend weiter nach Solingen, wo die Klima-Pilger am 26. Oktober 2015 gegen 17 Uhr in der Dorper Kirche erwartet und mit einer Andacht begrüßt werden. Um 19.30 Uhr findet dann in der Stadtkirche ein "Agenda-Nachtcafé" unter dem Titel "Geht doch! Klimagerechtigkeit finanzieren!" statt.

Am Dienstag startet die neue Tagesetappe des Pilgerwegs (Treffpunkt: 8.30 Uhr an der Talstation der Seilbahn in Solingen-Unterburg), bei der auch die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner, mit unterwegs sein wird. Über 23 Kilometer wird die Etappe an diesem Tag bis nach Leverkusen-Opladen führen. Über Köln geht es dann in den nächsten Tagen weiter nach Bonn, wo die Pilger am 30. Oktober erwartet werden. Hier soll es unter anderem eine "5 vor 12"-Andacht vor dem UN-Klimasekretariat geben. Mehr Infos gibt es unter www.klimapilgern.de
Sonntag, 18.10.2015