"AI" im Test: Siri, Google, Alexa und der liebe Gott

von Tobias Glawion

Sonntag, 02.04.2017

weibliches Gesicht, durch elektronische Schaltkreise verfremdet
In Form von digitalen Assistenten hält die künstliche Intelligenz Einzug in unseren Alltag.

"Artificial Intelligence" (AI) klingt für viele nach Science Fiction, ist aber längst Realität – man denke nur an die digitalen Assistenten von Google, Apple oder Amazon: Sie können sprechen und Fragen beantworten. Wie intelligent sind sie wirklich?

Wer wissen will, wie Einsteins Relativitätstheorie funktioniert oder einfach nur ein leckeres Rezept für Pfannkuchen sucht, wird im Internet garantiert fündig. Allerdings nur mit Hilfe von Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo, die die zahllosen Websites und Dokumente analysieren und kategorisieren und sie so für die User erschließen. Wer zu faul zum Tippen ist, kann seine Suchanfragen inzwischen auch mündlich stellen: digitale Assistenten machen es möglich.

Zu den bekanntesten Assistenten zählen "OK Google" (Google), "Siri" (Apple), "Cortana" (Microsoft) und "Alexa" (Amazon). Sie alle spielen u.a. auf Zuruf Musik ab, schlagen Daten im Terminkalender nach oder verwandeln gesprochene Nachrichten in Text und verschicken sie per Messenger. In Kombination mit GPS und Routenplaner können sie sogar die Frage nach der nächsten Eisdiele beantworten und den Weg dorthin anzeigen.

Den Großteil ihres "Wissens" beziehen die digitalen Helfer allerdings selber aus dem Internet bzw. aus der Cloud. Das funktioniert offenbar sehr gut, wie die Computer-Fachzeitschrift "ct" schreibt: "Beim Allgemeinwissen stechen digitale Assistenten jeden Konkurrenten aus Fleisch und Blut locker aus: Egal, ob man sie nach dem Alter von Joachim Gauck fragt oder nach der Höhe des Kölner Doms - Alexa und Co. greifen auf einen riesigen Wissensschatz von Wikipedia und anderen Quellen zu und beantworten solche Fragen aus dem Stand. (…).Trotz aller Fertigkeiten: Mit menschlichen Assistenten haben Alexa und Co. wenig gemein. Bei allem, was über ihre Inselbegabungen hinausgeht, sind sie überfragt und antworten mit »Ich kann Dir bei Deiner Frage nicht helfen« oder Ähnlichem."

Ähnliche Ergebnisse zeigte auch ein launiger Test des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen (ekn), bei dem nach Begriffen gefragt wurde, die z.T. nur schwer in Bits und Bytes zu fassen sind. Während es auf die Frage nach "Gott" oder "beten" noch lexikalische Definitionen als Antwort gab, mussten die Systeme bei Fragen wie "Woran glaubst Du?" oder "Sprich das Vaterunser" passen.

Sonntag, 02.04.2017