Stadtführungen anders: auf Friedenswegen

von Joachim Gerhardt

Sonntag, 27.12.2015

Blick auf den Eiffelturm in Paris
Der Pariser Eiffelturm wurde 1999 von der UNESCO zum Friedensbotschafter erklärt.

Denkmäler, die an kriegerische Heldentaten erinnern, gibt es zuhauf. Und nicht selten sind sie auch beliebte Sightseeing-Stationen und Fotomotive für Touristen. Sieben europäische Großstädte setzen mit alternativen Stadtführungen einen Kontrapunkt.

In Berlin, Den Haag, Turin, Budapest, Manchester, Wien und Paris wurden jeweils Routen durch die Stadt entwickelt, die die Besucher zu Orten oder Gebäuden führen, die für Frieden und Gewaltfreiheit stehen. Stationen auf dem Friedensweg durch das Zentrum von Paris sind zum Beispiel der Eiffelturm und die "Mur pour la paix" – die Friedensmauer direkt gegenüber der Militärakademie. Insgesamt liegen auf der Route 13 Friedensorte.

Organisiert werden die Friedensführungen in der französischen Hautstadt durch das "Foyer Le Pont", einem Tagungszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland. Britta Francois arbeitet dort und begleitet die Besucher auf dem "Friedensweg": "Ein wichtiger Ort ist der Trocadéro. 1937 hat dort die Weltausstellung stattgefunden, und dort gab es eine Friedenssäule und einen Friedenspavillon, der damals dann aber abgerissen wurde nach der Weltausstellung. Das ist ein wichtiger Ort, weil versucht wurde, kurz vor dem 2. Weltkrieg, auf den Frieden hinzuwirken. Spannend ist auch, dass Gandhi in Paris war, in einem Ort der „Magic City“ heißt, wo er einfach seinen Weg erklärt hat, und dass es ein universeller Weg sein könnte, Revolutionen friedlich gestalten zu können."

Um den Friedensweg durch Paris mitgehen zu können, muss man nicht extra nach Frankreich reisen – es genügt im Zweifel auch ein Internetanschluss. Unter der Adresse www.discoverpeace.eu führt eine virtuelle Rundreise zu allen Friedensorten. Auch die Friedenswege in Berlin, Den Haag, Turin, Manchester, Budapest und Wien lassen sich auf diese Weise virtuell nachverfolgen.

Aber selbst die beste Internetseite kann eine echte Reise nach Paris nicht ersetzen, meint Britta Francois: "Das ist eine sehr schöne Tour, die da angeboten wird, weil man so viel von Paris sieht: Man fängt dann oben am Trocadéro an, hat diesen phantastischen Blick auf den Eiffelturm und macht dann diese große Schlaufe und endet dann am Eiffelturm, und man kann so viel entdecken - man geht dann auch an der Seine lang, das macht wirklich Spaß, diese Tour zu machen."
Sonntag, 27.12.2015