Lecker Pfingsten

von Johanna Risse

Montag, 10.06.2019

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Allgäuer Brotvögel, Foto: N. Andrea Mohr, http://kitchenlioness.blogspot.de/

Unsere Küchenlöwin in Aktion: Raus aus dem Mai, rein in den Juni – alles vitamin- und geistreich, damit keiner vom Fleisch fällt. Zum Beispiel mit diesen Allgäuer Pfingstvögeln, die heute noch aus dem Ofen flattern könnten ...

INFO: Weil alles, was sie in Küche und Ofen zaubert, so lecker ist, veröffentlichen wir immer wieder gerne Rezepte von Andrea Mohr aus Bonn, die gut ins Kirchenjahr passen. Kontakt: N. Andrea Mohr, Seehausstr. 33, 53117 Bonn, E-Mail: nclndrmhr@gmail.com, Internet: http://kitchenlioness.blogspot.de. Und weil sie alle Rezepte liebevoll auf ihrem Blog postet, hat sie ihn diesmal mit ihrem Besuch auf dem aktuellen Flachsmarkt auf der Linn in Krefeld verbunden, der immer mit Pfingstbäumen geschmückt ist und ein schönes sommerliches Fest an einem wunderbaren Ort ist: http://kitchenlioness.blogspot.com/2019/06/pentecost-whitsun-celebrations-allgau.html. Hier ihre Informationen zum aktuellen Pfingstrezept:

„In Bayern gibt den Pfingstbrauch, zum Fest Allgäuer Brotvögel oder Heiligengeist-Krapfen als Pfingstgebäck zuzubereiten. Beide Gebäckarten haben die Form von Vögeln, wobei die Allgäuer Brotvögel nicht einfach nur zu Pfingsten auf den Tisch gestellt werden. Die Brotvögel wurden traditionell an Christi Himmelfahrt durch eine Luke im Kirchendach hinaufgezogen wurden und zu Pfingsten durch dieselbe Luke in die Kirche geworfen – als Symbol für den Heiligen Geist der an Pfingsten auf die Gläubigen herabschwebte.
Da es in manchen Überlieferungen heißt, dass der Heilige Geist in Form einer Taube gekommen sei, hat das Pfingstgebäck ebendiese Form. Offiziell wurde dieser Pfingstbrauch 1803 als „geistlose und zweckwidrige Zeremonie“ von der Obrigkeit verboten, da es unter den Gläubigen wohl zum Teil hoch her ging. Schließlich wollte jeder einen Brotvogel fangen. Das passt natürlich weniger zu einer Heiligen Messe. Nichtsdestotrotz hat sich diese Tradition in manchen Regionen bis heute gehalten und viele Pfarreien beleben diesen Brauch nun wieder und verschenken unter den Kindern Hefe- oder Brezengebäck in Form einer Taube.
Ich habe die Brotvögel sowohl in einer salzigen Version (als Laugengebäck) sowohl als auch in der süßen Variante (wie ein Hefeweckchen) kennengelernt. Wir machen heute die süße Variante. 

ZUM REZEPT
Für die Allgäuer Brotvögel werden aus Hefeteig kleine Vögelchen geformt. Diese kleinen Vögel, oft auch in Taubenform gebacken, sollten den Heiligen Geist symbolisieren, der an Pfingsten auf die Gläubigen herabschwebte. In Anlehnung an die Allgäuer Brotvögel, was ja ein altes Brauchtumsrezept ist, möchte ich dieses Rezept vorstellen.

Brotvögel zu Pfingsten (ergibt 12 Brotvögel, je nach Größe)

Zutaten 

Für die Backbleche: Backpapier

Für den Hefeteig

500 g Weizenmehl (Type 550/backstarkes Mehl)
1/2 TL feines Meersalz
75 g feinster Zucker
21g (1/2 Würfel) frische Hefe
250 ml lauwarme Milch
1 Ei (Gr. L)
75 g weiche Butter

Für die Verzierungen (nach Belieben)

1 Eigelb mit etwas Wasser verquirlt (für die Eistreiche)
einige Rosinen oder Korinthen
etwas Hagelzucker

Zubereitung

  • Das Mehl, Salz und Zucker mischen, eine Mulde formen. Butter in kleinen Stücken in die Mulde geben.
  • Die Hefe in der Milch auflösen, dann in die Mulde gießen; das Ei hinzugeben. Mit einem Mixer (Knethaken) kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe in etwa 5 Minuten alles zu einem glatten Teig zusammenkneten.
  • Teig zugedeckt bei Raumtemperatur aufs Doppelte aufgehen lassen.
  • Backbleche mit Backpapier belegen.
  • Hefeteig mit Mehl betreuen, auf der Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 12 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück zu einem zirka 30 cm langen Strang formen.
  • Jeden Strang nehmen und zu einem Knoten formen, dabei beachten: ein Knotenende sind die Schwanzfedern, das andere Knotenende bildet der Kopf.
  • Für die Schwanzfedern das Ende mehrfach längs einschneiden, so dass optisch ein Federfächer entsteht. Den Kopf nach vorne ziehen, so dass ein Schnabel erkennbar wird.
  • Mit der Eistreiche die Vögel bepinseln und aus den Rosinen Augen seitlich an die Köpfe der Vögel setzen. Nach Wunsch die Vögel mit etwas Hagelzucker bestreuen.
  • Anschließend die Vögel auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche mit etwas Abstand zueinander setzen.
  • Abdecken und an einem warmen Ort gut 15 Minuten gehen lassen.
  • Den Backofen vorheizen 180° (160° Heißluft).
  • Nacheinander die Vögel ungefähr 20 bis 30 Minuten backen (je nach Größe).


Die fertig gebackenen Vögel mit dem Backpapier auf einen Kuchenrost ziehen und erkalten lassen. nach dem Backen auf einem und wenn möglich noch am selben Tag genießen! ;)

Montag, 10.06.2019