Kein Keks, keine Blume: Was ist ein Zimbelstern?

von Achim Stadelmaier

Sonntag, 25.12.2016

Mann spielt auf einer Kirchenorgel
Die Orgel gilt als "Königin der Instrumente". Manche haben als besondere Zugabe einen Zimbelstern, der wie helle Glöckchen klingt.

Auch wenn der Name so klingen mag – der Zimbelstern ist weder eine Pflanze (wie etwa der berühmte Weihnachtsstern), noch hat er irgendetwas mit weihnachtlichem Gebäck zu tun. Mit dem Weihnachtsfest an sich dagegen schon.

Denn dann hat er meistens seinen strahlenden Auftritt, hat uns Kirchenmusiker Ingo Bredenbach im Interview verraten: "Ein Zimbelstern ist ein ganz besonderes Register, eine Klangfarbe an der Orgel, die nicht an allen Orgeln vorhanden ist. Er sieht aus wie ein ganz normaler Weihnachtsstern, 6zackig, 8zackig, golden natürlich in der Regel, eine Vorrichtung, mit der Glöckchen in Bewegung gesetzt werden, die dann klingeln, ganz hoch und hell und klirrend."

Die meisten Zimbelsterne werden heutzutage elektrisch betrieben. An manchen norddeutschen Orgeln finden sich davon bis zu drei verschiedene, die auch noch unterschiedlich gestimmt sind, so dass bei ihrem Einsatz ein wahres Zimbel-Feuerwerk erklingt, erklärt Ingo Bredenbach. Der Zimbelstern komme aber nur vergleichsweise selten zum Einsatz – vorzugsweise an Weihnachten: "Das ist ein Bonus und wird dann ganz gerne als allerletzte Steigerung noch eingesetzt. Speziell an Weihnachten über ein Weihnachtslied, bei der letzten Strophe von Oh du Fröhliche zum Beispiel."

Seinen Namen verdankt der Zimbelstern übrigens kleinen Klangschalen, die wie Miniaturbecken aussehen – den Zimbeln. Diese werden bereits im Alten Testament der Bibel, im Buch der Psalmen erwähnt. Schon damals spielten sie eine musikalische Rolle beim israelitischen Tempelkult.
Sonntag, 25.12.2016