Heute ist ökumenischer Bibelsonntag

von Manfred Rütten

Sonntag, 25.01.2015

verschiedene Bibelausgaben in einem Bücherregal
Es gibt zahlreiche Bibelübersetzungen und -ausgaben, darunter auch eine "Gerechtigkeitsbibel" und eine "Volxbibel" in Jugendsprache.

Die Bezeichnung der Bibel als das "Buch der Bücher" ist kein Ehrentitel im Sinne von "Juwel" oder "Krönung" unter allen Büchern. Vielmehr beschreibt sie treffend, was die Bibel tatsächlich ist: nämlich eine Sammlung von insgesamt 66 Büchern.

Davon entfallen 39 auf das "Alte Testament", 27 weitere Bücher bilden das "Neue Testament". Die Autoren der biblischen Bücher - geschichtliche, prophetische und poetische - repräsentieren unterschiedliche Sprachen und Kulturen über einen Zeitraum von mehr als 1200 Jahren. Dass trotzdem in der Bibel ein roter Faden, eine gemeinsame Zielrichtung deutlich wird, führen Christen und Juden auf das geheimnisvoll inspirierende Wirken des Geistes Gottes zurück. Sie sehen darin die fortlaufende Offenbarung des Willens Gottes an die Menschen, denen er seine unbegreifliche Liebe mitteilen will. Einmal im Jahr – immer am letzten Sonntag im Januar – feiern Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam den Bibelsonntag, um die Bibel als gemeinsames Fundament zu würdigen, das ihre Konfessionen miteinander verbindet. 

Weltweit gibt es nach Angaben der Aktion Weltbibelhilfe über 6.900 Sprachen. Die komplette Bibel wurde bereits in 511 dieser Sprachen übersetzt. Das Neue Testament liegt in weiteren 1295 Sprachen vor. 844 Sprachen besitzen Übersetzungen einzelner biblischer Büchern oder ausgewählter Bibeltexte. Zusammengenommen liegt die Bibel oder zumindest Teile davon derzeit in insgesamt 2650 verschiedenen Sprachen vor. Damit ist und bleibt die Bibel das am häufigsten übersetzte Buch aller Zeiten (Stand Mai 2014).

Doch auch in anderen Disziplinen ist das "Buch der Bücher" rekordverdächtig: Die kleinste gedruckte Bibel der Welt ist gerade mal 4,5 cm lang, 3 cm breit und 2 cm dick. Sie wurde in England gedruckt und hat 878 Seiten. Die allerkleinste Bibel misst gerade mal 4 x 4 Millimeter – mehr Platz braucht der Ingenieur Dr. Stephan Sauter nicht, um die komplette Bibel in der Lutherübersetzung von 1542 unterzubringen. Nanotechnologie macht´s möglich: per Elektronenstrahl wird das "Buch der Bücher" in einen Quarzchip eingraviert, die Oberfläche anschließend mit einer unverwüstlichen Diamantschicht versiegelt. Der Chip selbst wird dann ins Zentrum eines Titankreuzes eingelassen, dass man als Schmuckstück an einer Kette um den Hals tragen kann. Mehr unter www.nanobibel.de und bewegte Bilder dazu unter http://www.youtube.com/watch?v=QKIsTJ7WH4U

Die Standardausgabe der Bibel nach Martin Luther (ohne die sogenannten Apokryphen) umfasst nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft (www.dbg.de) rund 1.300 Seiten. Die Gesamtzahl der Verse im Alten und Neuen Testament beträgt rund 30.500. Eine komplette Lesung der Bibel würde mehr als 80 Stunden dauern. Wem das zu viel ist oder zu lange dauert, kann sich für 9,80 Euro neuerdings bei http://www.getabstract.com/ auch eine fünfseitige (!) Kurzfassung besorgen. Mehrere Theologen und ein Journalist haben das Kunststück fertig gebracht, die Bibel innerhalb von nur fünf Monaten so "einzudampfen", dass der eilige Leser am Ende Bescheid weiß über die Grundzüge der alttestamentarischen Geschichte Israels, das Leben und Wirken des Jesus von Nazareth, die Gründungsgeschichte der christlichen Kirche und die Hauptaussagen der Bibel.
Sonntag, 25.01.2015