Friedensglocke reist per Kutsche nach Jerusalem
Sonntag, 31.08.2025

Nach dem Start in Berlin machte der Friedenstreck u.a. auch Station in Chemnitz. (Foto: friedenstreck.de)
Er erinnert ein wenig an die Siedlertrecks, die mit Pferden und Planwagen den Wilden Westen erobert haben: Der Pferdetreck von Pfarrer Helmut Kautz. Anfang Mai ist er mit 30 Leuten, sechs Kutschen und 20 Pferden zu einer Friedensmission aufgebrochen.
Mit im Gepäck hat die Truppe eine Glocke, die aus Patronenhülsen und anderem Militärschrott gegossen wurde. Sie trägt die biblische Inschrift „Jaget dem Frieden nach“ und ist bestimmt für die „Hand in Hand-Schule“ in Jerusalem. Sie sei – so der Pfarrer und Mitorganisator des Trecks, Helmut Kautz, „die einzige Schule in Jerusalem, wo Araber und Juden zusammen unterrichtet werden, von Hebräisch und Arabisch sprechenden Lehrern. Und wo ein Zeichen von Frieden schon da ist, was wir uns oft so wünschen.“
Beim Start in Berlin lag vor den Teilnehmern ein 4.800 Kilometer weiter Weg durch elf Länder. Inzwischen sind gut 1.800 Kilometer davon absolviert (Stand: Mitte August), und der Treck ist in Bulgarien angekommen. Eigenen Angaben zufolge schaffen die Kutschen pro Tag etwa 25 Kilometer. Geplant ist, das Ziel Jerusalem am 1. Weihnachtstag (25.12.2025) zu erreichen. Allerdings liegen die schwierigsten Abschnitte der Reise noch vor Pfarrer Helmut Kautz und seinen Mitstreitern. So ist es noch ungewiss, ob der Pferdetreck im Herbst von der Türkei über Syrien nach Israel ziehen kann. Wer will, kann den Weg der Friedensmission bei Google Maps online mitverfolgen.
Derweil versuchen Organisationstalente im Team im Voraus zu planen, wo es Nachtquartiere und Nahrung für Pferde und Menschen gibt. im Gepäck sind Hufeisen und vieles andere, was unterwegs so nötig ist. Nur wenige Mitstreiter sind über die ganze Strecke von Berlin bis Jerusalem dabei, manche fahren nur Teilstücke mit. Für einige aber ist es die Reise ihres Lebens, sagt Helmut Kautz - zum Beispiel für einen Restaurantbetreiber, der bei mehreren Auslandseinsätzen der Bundeswehr dabei war: „Der ist so verletzt durch diese ganze Kriegseinwirkung, fast traumatisiert. Und der fährt die ganze Strecke mit - für ihn persönlich auch ein Heilungsweg. Das ist schon sehr beeindruckend, was da auch für eine Friedenssehnsucht da ist.“
Mehr Infos über die Aktion, die Unterstützer und den Verlauf sowie Berichte und Fotos von der Reise gibt es unter https://friedenstreck.de/friedenstreck-2025/