Frauenhäuser in Not: Geld und Plätze fehlen

von Michael Birgden

Sonntag, 20.03.2016

SW-Foto einer geballten männlichen Faust
Allein in NRW sprach die Polizei im Jahr 2015 gegen 13.400 Täter Wohnungsverweise und Rückkehrverbote wegen häuslicher Gewalt aus.

Allein in NRW gab es 2014 über 26.000 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt. Viele Frauen flüchten in ihrer Not in ein Frauenhaus. Doch die haben seit Jahren weder genug Geld noch genügend Plätze, um allen Frauen sofort helfen zu können.

Nach Angaben der bundesweiten Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK), die die Daten von 186 Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen ausgewertet hat, suchten im vergangenen Jahr 7.331 Frauen und 7.194 Kinder Schutz in einem Frauenhaus (2013: 8.600 Frauen und 8.400 Kinder). Die Zahlen belegen den hohen Bedarf an Schutzeinrichtungen dieser Art. Dennoch ist dieses Hilfesystem – so die FHK in einer Pressemitteilung -  "nach wie vor mit zu geringen Personalressourcen und zu wenig Sachmitteln ausgestattet, um allen schutzsuchenden Frauen und Kindern eine sofortige Zuflucht im Frauenhaus oder eine zeitnahe Beratung in einer Fachberatungsstelle zu sichern."

Im Rahmen einer bundesweiten Aktionstour durch alle 16 Bundesländer haben vor kurzem verschiedene Hilfsorganisationen und Frauenrechtlerinnen auf diese Unterversorgung aufmerksam gemacht. Die am 19. Februar in Kiel gestartete Aktion machte am 25. Februar auch Station in Nordrhein-Westfalen (Köln) und endete am 8. März in Berlin. Übereinstimmend wurde darauf hingewiesen, dass es vor allem in Großstädten und Ballungsräumen zu wenige Plätze in Frauenhäusern gebe.

Wie die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser Mitte Februar in Bonn mitteilte, fehle seit über 40 Jahren eine gesetzliche Grundlage für die Finanzierung der Frauenhäuser. Jedes Bundesland habe hier eigene Regelungen, die zudem vom politischen Willen abhängig seien.

Mehr Infos unter http://www.frauenhauskoordinierung.de
Sonntag, 20.03.2016