Den Glauben gefunden, die Familie verloren

von Nadja Schienke

Sonntag, 16.04.2017

Dozent Yassir Eric hält einen Vortrag
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Yassir Eric lebt seit 17 Jahren in Deutschland und ist ein gefragter Experte für Fragen rund um Migration, Integration und Islamthemen.

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht. Jeder soll an das glauben, wovon er überzeugt ist. Zu dieser Freiheit gehört auch, seine Religion oder Konfession wechseln zu dürfen. Doch in etlichen Ländern kann das noch immer dramatische Folgen haben.

Yassir Eric hat das am eigenen Leib erfahren. Der Leiter des Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamthemen in der Nähe von Stuttgart stammt ursprünglich aus dem Sudan. Dort ist er als gläubiger Moslem aufgewachsen. Doch mit 18 Jahren erlebte er einen Wendepunkt. Sein Cousin lag dem Tode nahe in einem Krankenhaus und Eric beobachtete zwei ihm unbekannte Christen dabei, wie sie für den Patienten beteten. Als dieser daraufhin wieder gesund wurde, entschloss sich Yassir Eric zum Christentum zu konvertieren.

Für seine muslimische Familie brach eine Welt zusammen. Sie verstießen ihren Sohn, organisierten sogar eine Beerdigung, um ihn symbolisch zu Grabe zu tragen. Für sie war Yassir Eric buchstäblich "gestorben". 1995 musste er daraufhin seine Familie und den Sudan verlassen. In Kenia studierte er evangelische Theologie und lernte dort auch seine spätere Frau kennen, die aus Baden-Württemberg stammt. Seit dem Jahr 2000 lebt er mit seiner Familie in Deutschland.

Rückblickend sagt Yassir Eric heute: "Ich habe nie bereut, dass ich Christ geworden bin. Ich wünsche mir nicht was anderes. (…) Ich bin verheiratet, ich habe vier Kinder und das ist meine kleine Familie, wo ich meine Geborgenheit finde. Aber trotzdem: diese kleine Familie ersetzt meine Eltern und meine Geschwister auch nicht." Mehr Infos über Yassir Eric lesen Sie hier.

Sonntag, 16.04.2017