Allerheiligen und Allerseelen

von Christof M. Beckmann

Freitag, 01.11.2019

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Leuchtenden Kürbisköpfe, Gruselpartys und Geisterumzüge: Halloween sieht man bei Kirche inzwischen gelassener als früher. Es bleibt eh das „Allerheiligenfest“. Gefeiert wird es wie ein Sonntag, nachmittags geht es auf die Friedhöfe ....

INFOS: Halloween war gestern, das Fest der leuchtenden Kürbisköpfe, Gruselpartys und Geisterumzüge. Es wird immer in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. In den USA ist es so beliebt wie etwa der Karneval im Rheinland, die Ursprünge des Festes liegen aber auf dem europäischen Kontinent. Erste Belege finden sich im 18. Jahrhundert vor allem in Irland und Schottland, wo am Vorabend von Allerheiligen („All Hallows' Eve“) zu Festessen eingeladen wurde. Durch ausgewanderte Iren wurde das Fest Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA populär - samt ausgehöhlten Kürbissen, Geisterzügen und Heischegängen vor den Haustüren. Ein sicheres Zeichen dafür, dass nach dem gestrigen Reformationstag und vor dem morgigen „Allerseelentag“ heute „Allerheiligen“ gefeiert wird - in NRW gesetzlicher Feiertag, auch in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Der Tag gilt als „stiller Feiertag“ mit strengen Bestimmungen zum Feiertagsschutz. 

Die Ursprünge des Allerheiligenfestes finden sich in der jungen Kirche, wo man bereits im 4. Jahrhundert innerhalb des Osterfestkreises ein Gedächtnis aller Märtyrer, der Blutzeugen für den Glauben, beging. Papst Bonifatius IV. legte im Jahr 610 das Fest anlässlich der Weihe des Pantheons in Rom zur „Kirche der heiligen Jungfrau Maria und aller heiligen Märtyrer“ auf den 13. Mai. Gregor III. dehnte es auf die Feier aller Heiligen aus, und Gregor IV. ordnete es schließlich als „Fest aller Heiligen“ im Jahr 835 für die Gesamtkirche an. Seither wird es am 1. November begangen, erinnert aber nicht nur an die offiziell Heiliggesprochenen, sondern an alle, die als Christen gelebt haben – ob man sie kennt oder nicht.

In der Katholischen Kirche wird Allerheiligen heute wie der Sonntag mit seinen Messen gefeiert, viele nutzen traditionell den Nachmittag und Vorabend von Allerseelen morgen schon heute zum Gang auf den Friedhof. Bei Prozessionen werden die kerzengeschmückten Gräber mit Weihwasser besprengt - Zeichen für das Leben und den Glauben an die Auferstehung. Der Allerseelentag, 2. November, etablierte sich 998 vom französischen Benediktinerkloster Cluny aus, als Abt Odilo das festliche Gedächtnis aller Verstorbenen für den 2. November für alle ihm unterstellten Klöster anordnete. 1006 wurde dieser Gedenktag durch Papst Johannes XVIII. für die ganze Kirche verbindlich erklärt. 

Freitag, 01.11.2019