Lass Dich berühren - Weltknuddeltag 2014

von Bettina Furchheim

Sonntag, 12.01.2014

zwei Menschen umarmen sich
Lass dich in den Arm nehmen!

Die Idee kommt aus Amerika: Kevin Zaborney, ein US-Pastor aus Michigan, hat den "National Hugging Day" ins Leben gerufen. Und sein deutscher Kollege Wilfried Pahlke will es ihm jetzt nachmachen: am 21. Januar bieten er und Menschen aus seiner Gemeinde am "Deutschen Eck" in Meerbusch-Büderich zwischen 12 und 16 Uhr "freie Umarmungen" an.

Die Idee dazu kam Pahlke, als er mit Jugendlichen einen Gottesdienst zum Thema "Fass mich nicht an" vorbereitete. Die Jugendlichen seien begeistert gewesen und freuten sich auf die praktische Umsetzung. Andere in der Gemeinde seien eher skeptisch, doch auch die kann Pfarrer Pahlke beruhigen: "Wir rennen ja nicht auf die Leute zu und umarmen sie einfach, sondern die Leute, die möchten, die kommen zu uns und bekommen eine Umarmung als Zeichen ich find´ Dich toll, du bist nicht allein, du bist geborgen."

Körperkontakt ist wichtig – das haben Studien immer wieder gezeigt: Menschen fühlen sich durch Umarmungen wohler, bilden weniger Stresshormone, ihr Immunsystem wird gestärkt und das Risiko von Herzerkrankungen sinkt. "Ohne liebevolle Berührung `verhungert´ der Mensch", sagt auch der Privatdozent und Haptik-Forscher Dr. Martin Grunwald.

Pfarrer Pahlke kann sich für seine Aktion am Weltknuddeltag sogar auf das Matthäus-Evangelium in der Bibel berufen: "… wo Jesus die Kinder segnet und da übersetzt Martin Luther `Jesus nahm die Kinder zu sich, legte die Hände auf sie und herzte sie´. Im griechischen Urtext ist dieses `herzen´ nichts anderes als Knuddeln."

Der Weltknuddeltag wurde übrigens von seinem Begründer ganz bewusst auf den 21. Januar gelegt. Die kalendarische Mitte zwischen Weihnachten und Valentinstag – so der US-Pastor Kevin Zaborney - stelle einen emotionalen Tiefpunkt dar. Und was könnte dagegen besser helfen als eine Umarmung?

Sonntag, 12.01.2014