"7 Wochen ohne lügen": Fastenaktion gestartet

von Manfred Rütten

Sonntag, 10.03.2019

Plakatmotiv 2019 der Fastenaktion '7 Wochen ohne'
1983 riefen Journalisten und Pfarrer in Hamburg die Aktion "7 Wochen ohne“ ins Leben. (Foto: www.7-wochen-ohne.de)

Laut der "Washington Post" hat US-Präsident Donald Trump in seinen ersten beiden Amtsjahren im Schnitt 8,3 Mal pro Tag gelogen. Eine Studie über deutsche Ehrlichkeit zeigt: Hamburger lügen vier Mal täglich, Thüringer 15 Mal. Geht´s auch ohne?

Wer das mal ausprobieren möchte, kann von Aschermittwoch bis Ostersonntag mitmachen bei der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche. Die steht nämlich unter dem Motto "Jetzt mal ehrlich! Sieben Wochen ohne lügen". Wie immer  bieten die Veranstalter allen Interessierten einen Fastenkalender und Arbeitshilfen zur Unterstützung an. Daneben gibt es auch einen Email-Newsletter, der während der Fastenzeit über Wissenswertes, Informatives und Aktuelles rund um das Thema Fasten informiert. Der Newsletter und alle anderen Materialien wie Fastenkalender, Geschenkkarten oder das Fastenlesebuch können online bestellt werden unter www.7-wochen-ohne.de

im Christentum gelten die knapp sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Karsamstag als Passionszeit - im Gedenken an die Leidenszeit Jesu Christi und an seine Kreuzigung am Karfreitag. Schon die frühen Christen fasteten während dieser Zeit. In Anlehnung an diese Tradition riefen Journalisten und Pfarrer in Hamburg 1983 die Aktion "7 Wochen ohne“ ins Leben. Sie wollten während der Passionszeit auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Die Idee fand immer mehr Verbreitung, und mittlerweile beteiligen sich regelmäßig rund 2 Millionen Menschen an dieser bundesweiten Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr steht sie vom 6. März bis zum 21. April unter dem Motto "Jetzt mal ehrlich! – 7 Wochen ohne lügen". Weitere christlich inspirierte Fastenaktionen sind: "7 Wochen anders leben"Autofasten - KlimafastenFastenaktion Misereor

Schon im achten der Zehn Gebote heißt es: " Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten." Doch wie es aussieht, scheint sich kaum jemand daran zu halten. Eine Umfrage unter 1.024 Deutschen aus dem Jahr 2016 ergab: "Meist werden ehrenwerte Gründe für das Verbiegen der Wahrheit angegeben: So will mehr als die Hälfte der Befragten andere nicht verletzen oder durch Lügen sogar schützen. Knapp jeder Zweite findet die Wahrheit manchmal einfach unbequem oder möchte sich so Ärger ersparen, während jeder Vierte offenbar aus Kalkül lügt, um seine Ziele zu erreichen. Jeder Sechste lügt aus Angst heraus, sonst nicht gemocht zu werden."

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage gibt es unter https://www.splendid-research.com/de/studie-ehrlichkeit.html . Die Antworten decken sich mit Ergebnissen aus anderen Untersuchungen (z.B. https://www.br.de/themen/wissen/luegen-schwindeln-forschung-104.html )

Nach christlichem Brauch dauert die Fastenzeit 40 Tage – eine Zahl mit symbolischem Charakter: Nach biblischem Zeugnis dauerte die Sintflut so lange, Moses verbrachte diese Zeit auf dem Sinai, bevor er die Zehn Gebote Gottes empfing, und Jesus zog sich nach seiner Taufe durch Johannes für 40 Tage in die Wüste zurück, um zu fasten. Zunächst bedeutete Fasten die Beschränkung auf eine Mahlzeit sowie Verzicht auf Fleisch und Wein. Ziel war das Besinnen auf das Wesentliche, die Beziehung zu Gott. Übrigens: als "Tag des Herrn“ und Feier der Auferstehung ist der Sonntag generell vom Fasten ausgenommen!

Sonntag, 10.03.2019