Zu Gast in NRW: Marcela aus El Salvador

von Christof Beckmann

Sonntag, 14.04.2019

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Wir hatten temperamentvollen Besuch in der Redaktion: Marcela aus El Salvador ist aktiv in der Jugendpastoral, studiert Sozialarbeit und berichtet über Projekte in ihrem Land, die von Misereor gefördert werden. Und: Sie freut sich auf Ostern ...

INFO: Karla Marcela Vides Medrano wurde 1996 in einem Arbeiterviertel in einer Vorstadt von San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador, geboren. Und hatte keine gute Zeit: Kurz vor ihrem Schulabschluss ging ihr Vater in die USA, die Zukunft der kleinen Familie aus der Mutter und zwei Töchtern stand auf der Kippe und nur mit großer Anstrengung konnte Marcela weitermachen. Sie engagierte sich in der Jugendpastoral, wurde 2016 Teil des Projektes „Mein Lebensplan“ der Caritas San Salvador und machte eine Fortbildung, bei dem es um Fähigkeiten für das Leben, Stärkung der Familie und unternehmerisches Denken ging. Ihr Abitur machte sie mit Schwerpunkt Buchführung an einer Beruflichen Handelsfachschule und nahm 2017 an der National-Universität von El Salvador ihr Studium der Sozialarbeit auf. Sie finanzierte sich seitdem mit einem mobilen Kosmetikstudio und wird inzwischen mit einem staatlichen Stipendium unterstützt. Seit September 2018 lernt Marcela Vides die salvadorianische Gebärdensprache und will als Freiwillige im Projekt „Mein Lebensplan“ ihre Erfahrungen an viele Jugendliche in ihrem Alter weitergeben.

MISEREOR: Die 61. Fastenaktion des weltweit größten kirchlichen Entwicklungshilfswerks Misereor wurde am 10. März im Kölner Dom eröffnet und stellte in diesem Jahr Jugendliche in El Salvador in den Mittelpunkt. Sie bilden in dem Land zwischen Guatemala und Honduras die Mehrheit der Bevölkerung, doch stehen dennoch im Abseits. In der Schusslinie zwischen Bandenkrieg und Staatsgewalt bleibt ihnen häufig nur der Weg in die Kriminalität oder die Flucht in die USA: El Salvador ist mit jährlich 64 Morden auf 100.000 Einwohner eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Rivalisierende Banden, die Jugendliche häufig mit leicht zu verdienendem Geld und Macht anlocken, oder zwangsrekrutieren, prägen den Alltag. Die wenigsten Menschen in El Salvador haben ein sicheres Dach über dem Kopf – in einigen Regionen leben 4 von 5 Menschen in Armut. Vor allem viele Jugendliche sehen keine Perspektiven für sich in dem mittelamerikanischen Land und sehnen sich nach einem besseren Leben. Jungen Menschen und damit dem Land eine Zukunftsperspektive zu geben, ist das Ziel der beiden MISEREOR-Projektpartner. Die bundesweite MISEREOR-Kollekte fand am 6./7. April 2019, dem 5. Fastensonntag, in allen katholischen Gemeinden statt. Hier der Link zum FASTENAKTIONSFILM 2019.

Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor: Misereor mit Sitz in Aachen wurde 1958 von den deutschen katholischen Bischöfen auf Vorschlag des damaligen Kölner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegründet, um „den Mächtigen der Erde, den Reichen und Regierenden vom Evangelium her ins Gewissen zu reden“. Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium überlieferte Jesuswort „Misereor super turbam / Ich erbarme mich des Volkes“. Erste Anregungen für eine regelmäßige Kollekte für Entwicklungsprojekte kamen zuvor von katholischen Laienorganisationen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Ziel der mit Partnern in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika geleisteten Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch die Schärfung des Bewusstseins für die Ursachen von Armut und Unterentwicklung, Not und Ungerechtigkeit in den Entwicklungsländern. Seit seiner Gründung hat das Hilfswerk laut eigenen Angaben rund 107.000 Projekte mit mehr als 7,2 Milliarden Euro unterstützt. Derzeit arbeitet Misereor mit 1.900 Partnerorganisationen in 3.000 laufenden Projekten in gut 90 Ländern zusammen.

MISEREOR-Spendenkonto: 10 10 10, Pax Bank Aachen, BLZ 370 601 93, IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX; Internet: www.misereor.de.
Kontakt: Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V., Mozartstraße 9, 52064 Aachen. Tel. 0241 / 442-0, Fax: 0241 / 442-188, E-Mail: info(at)misereor.de, Internet: www.misereor.de

Sonntag, 14.04.2019