Palmsonntag: Blick ins Heilige Land

von Stefan Klinkhammer

Sonntag, 14.04.2019

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Plakatmotiv Deutscher Verein vom Heiligen Lande 2019

Die Kollekte am Palmsonntag geht an den Deutschen Verein vom Heiligen Land (DVHL) und hilft den Christen im Ursprungsland des Christentums. Pfarrer Ludger Bornemann aus dem Bistum Münster ist Mitglied des Vorstands und hat dort schon eine Menge erlebt ...

INFO: Die in jedem Jahr am Palmsonntag in allen katholischen Gottesdiensten bundesweit gehaltene Kollekte kommt den Christen im Heiligen Land zugute. Die gesammelten Spenden gehen ohne jeden Abzug an den Deutschen Verein vom Heiligen Land (DVHL). Die Sammlung steht diesmal unter dem Leitwort „Sie sollen nicht weniger werden … Gemeinsam den Christen im Heiligen Land eine Zukunft geben“. Damit nimmt es den seit Jahren anhaltenden Exodus der Christen aus dem Heiligen Land in den Blick und weist auf die Bedeutung der christlichen Gemeinden hin, die bald keine Zukunft mehr haben könnten. Der aktuelle Aufruf des DVHL unterstreicht: „Viele orientalische Christen sehen in einer Auswanderung die einzige Perspektive für ein Leben in Würde und kehren ihrer Heimat den Rücken. So ist die Anzahl der Christen in Jerusalem in den vergangenen Jahrzehnten von 31.000 auf heute 12.000 zurückgegangen. In Betlehem ist der Bevölkerungsanteil der Christen von einstmals rund 80 Prozent auf 20 Prozent gesunken. Unsere Solidarität und Hilfe ist ein wichtiges Zeichen, das den Christen Mut machen soll, trotz schwieriger Lebensbedingungen hoffnungsfroh in eine Zukunft zu blicken – an den Ursprungsorten unseres Glaubens.“ Auch die deutschen Bischöfe bitten in ihrem Aufruf um Unterstützung der Christen im Nahen Osten durch Gebet, Pilgerreisen und materielle Hilfe. Zum Download: Aufruf der deutschen Bischöfe zur Palmsonntagskollekte, mehr unter: www.palmsonntagskollekte.de.

Deutscher Verein vom Heiligen Lande: Der 1855 gegründete Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) versteht sich als Brücke der deutschen Christen zu den Menschen im Heiligen Land. Er will die Verständigung und Versöhnung der Religionen fördern, christliche Einrichtungen im Heiligen Land erhalten, Menschen in Not helfen und deutschen Christen im Heiligen Land Glaubens- und Erfahrungsräume schaffen. Hilfsprojekte, Pilgerreisen und die Vermittlung von Arbeitseinsätzen in sozialen Einrichtungen sorgen für Kontakt zu den Menschen im Heiligen Land auch in schwierigen Zeiten. Mit der jährlichen Palmsonntagskollekte, zu der die deutschen Bischöfe aufrufen, unterstützen die deutschen Katholiken die Arbeit des DVHL und die des Ordens der Franziskaner auch materiell. Beide engagieren sich in Israel und in Palästina im sozialen, karitativen und pastoralen Bereich.
Der DVHL vermittelt auch Stellen für Volontäre/Volontärinnen. Möglichkeiten dazu gibt es in folgenden Einrichtungen: Alten- und Behindertenheim Beit Emmaus (Qubeibe), Paulus-Haus (Jerusalem), Gästehaus Tabgha (See Gennesaret), Jugend- und Begegnungsstätte Tabgha (See Gennesaret), Kinderheim St. Vincent (Ain Karem), Behindertendorf Kfar Tikva (Nähe Haifa), Haus der Gnade (Haifa), Dahers Weinberg „Zelt der Völker” (Nähe Bethlehem), Hospiz St. Louis de France (Jerusalem), Waisenheim Crèche (Bethlehem).

Kontakt: Deutscher Verein vom Heiligen Lande, Steinfelder Gasse 17, 50670 Köln, Postfach 10 09 05, 50449 Köln, Tel. 0221 / 99 50 65 0, Fax 0221 / 99 50 65 29, E-Mail: info@dvhl.de, Generalsekretär: Heinz Thiel, Bankverbindung: Deutscher Verein vom Heiligen Lande, Pax-Bank eG, Köln, IBAN: DE81 3706 0193 0021 9900 19, BIC: GENODED1PAX, Internet: https://www.dvhl.de

Unser Gesprächspartner: Monsignore Ludger Bornemann, 1956 in Bottrop-Kirchhellen geboren, wurde nach dem Theologiestudium in Bonn, Luzern und Münster 1985 zum Priester des Bistums Münster geweiht. Nach seelsorglicher Tätigkeit in einer Pfarrei und einem Krankenhaus in Moers lebte er seit 1996 in Tabga am See Gennesaret. Hier war er seit 2002 Geistlicher Direktor des Pilgerhauses Tabga des DVHL (Deutscher Verein vom Heiligen Lande). Ende August 2018 kehrte er nach Deutschland zurück, übernahm die Aufgabe als Rektor der Kapelle des Canisiushauses der Canisianer in Münster und ist seit Februar 2018 Mitglied im Priesterrat im Bistum. Dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande blieb er weiter verbunden: Bei der Generalversammlung des DVHL am 22. November 2018 wurde Ludger Bornemann von Rainer Maria Kardinal Woelki, Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL), zum neuen Geistlichen Leiter vorgeschlagen und gewählt.

Ein am 09.04.2019 veröffentlichtes Video des DVHL zeigt Impressionen vom Palmsonntags-Fest der Christen in Jerusalem. Nur einmal im Jahr können die dort an der Prozession teilnehmen, eine der größten, öffentlichen, christlichen Veranstaltung. Das gemeinsame Feiern der einheimischen Christen mit Pilgern aus aller Welt erinnert an die Situation der Christen im Heiligen Land, die dort eine kleine Minderheit sind und mit jedem Jahr weniger werden. Monsignore Ludger Bornemann geht in diesem Impuls über die Wichtigkeit des Palmsonntags für die einheimischen Christen und ihre jetzige Situation ein.
 

Sonntag, 14.04.2019