Reformationsjubiläum: Auftakt am Niederrhein

von Bettina Furchheim

Sonntag, 30.10.2016

Cartoon mit Martin Luther auf einem Fahrrad
Die Evangelische Kirche im Rheinland begeht das Reformationsjubiläum mit einem Vers des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch: "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit!"

Am 31. Oktober 2017 feiert die evangelische Kirche 500 Jahre Reformation. Das Großereignis in einem Jahr nimmt man entlang des Niederrheins gemeinsam in Angriff: Vier Kirchenkreise machen sich heute zusammen auf den Weg in Richtung Reformationsjubiläum.

Der Zusammenschluss besteht aus den evangelischen Kirchenkreisen Aachen, Jülich, Gladbach-Neuss und Krefeld-Viersen, die es in der Addition auf mehr als 80 Kirchengemeinden mit rund 400.000 Gläubigen bringen. Unter dem Motiv eines Kleeblattes, das die vier beteiligten Regionen symbolisiert, wurde mit www.2017-reformation.de eine gemeinsame Internetseite entwickelt, auf der die Stationen und das umfangreiche Veranstaltungsprogramm auf dieser letzten Etappe bis zum Reformationsjubiläum aufgelistet sind.

Neben zahlreichen kleineren Angeboten in den Gemeinden vor Ort sind auch mehrere große Events geplant, die von den vier Kirchenkreisen gemeinsam getragen werden. Den Auftakt bildet am 30. Oktober 2016 ein Festgottesdienst um 15 Uhr in der Alten Kirche Krefeld, an den sich ab etwa 16.15 Uhr ein "Stadtpilgerweg" anschließt, der an der Mennonitenkirche, an St. Dionysius sowie an der Krefelder MediothekStation machen wird. Zum weiteren Programm an diesem Tag gehören eine Ausstellung in der Friedenskirche und ab 19.30 Uhr ein Mitsing-Gospelkonzert mit "Family of Hope" und Gabriel Vealle (ebenfalls in der Friedenskirche).

Ähnliche Pilgerwege sind in den kommenden Monaten auch in den drei anderen Kirchenkreisen geplant. Weitere Highlights auf dem gemeinsamen Weg zum Reformationsjubiläum sind eine "Reformationssynode" am 1. und 2. September 2017 in Mönchengladbach und ein "Fest der Begegnung", das am 10. September 2017 in Jülich stattfinden wird. In Aachen ist für den Juni 2017 ein ökumenischer Stadtkirchentag geplant, die evangelischen Gemeinden entlang der belgisch-niederländischen Grenze bieten bis Oktober 2017 rund 400 Einzelveranstaltungen an, und zwischen Niederrhein und Eifel wird in den kommenden Monaten ein Pkw der DDR-Marke "Wartburg" unterwegs sein. Das zu einer mobilen Medienstation umgebaute Kirchen-Auto mit dem Namen "Luthers Wartburg" soll den Gedanken der Reformation in die Öffentlichkeit bringen.

In der Region der Kirchenkreise Aachen, Jülich, Gladbach-Neuss und Krefeld-Viersen hat Reformationsgeschichte weniger mit dem Wirken Martin Luthers in und um Wittenberg zu tun. Evangelisches Leben ist hier vielmehr geprägt von Flüchtlings- und Vertriebenenzuzug, von der Auseinandersetzung mit dem Katholizismus, von Industriekultur und vielem mehr.

In großen Teilen sei das bis heute spürbar, schreibt Bettina Furchheim vom Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises Krefeld-Viersen: "Geschichte ist hier in der Region lebendig in den Geschichten, die sich die Menschen erzählen. Von den Anfängen der Gemeinde, Erfolgen und Niederlagen, Feindschaft und Versöhnung. Geschichte wird auch erfahrbar in den Geschichten, die die Kirchen heute noch erzählen. Von Zerstörung und Wiederaufbau, von Tradition und Gemeinschaft. Alle erzählen von Kirchen als Orte gelebten Glaubens. Damals und heute. Wir nehmen das Reformationsjubiläum zum Anlass, unsere Geschichte und Geschichten wieder und neu zu erzählen."

Wie und wo die Evangelische Kirche in Deutschland das 500jährige Reformationsjubiläum 2017 begehen wird, lesen Sie unter www.r2017.org undwww.luther2017.de
Sonntag, 30.10.2016