Pfarrer Thomas Weber: Zum 8. Mal bei Olympia

von Carsten Griese

Sonntag, 14.04.2024

Gruppenbild vor den Olympischen Ringen
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Gruppenbild mit Ringen: Olympiapfarrer Thomas Weber (gelbe Jacke) mit Athleten aus dem deutschen Bobteam bei den Winterspielen in Sotchi. (Foto: privat) 2014.

Vom 26. Juli bis zum 11. August 2024 finden in Paris die 33. Olympischen Sommerspiele statt. Mit dabei sind Athleten aus gut 150 Nationen. Zum deutschen Team gehört auch ein evangelischer Pfarrer: Thomas Weber aus Gevelsberg.

Gemeinsam mit seinen katholischen Kollegen ist Weber jederzeit für die deutsche Olympiamannschaft erreichbar. Die Geistlichen gestalten gemeinsam Gottesdienste und Morgenandachten und stehen den Aktiven, ihren Trainern und Betreuern jederzeit als Ansprechpartner und - falls nötig – auch als "Kummerkasten" zur Verfügung. Viele Gespräche ergäben sich zufällig, etwa beim Essen oder in Wettkampfpausen, erzählt Thomas Weber. Der Sport sei dabei meistens kein Thema. Die Athleten, aber auch die Trainer oder Funktionäre seien froh, "mal über ganz normale Themen sprechen zu können, (…) und mit ´nem Menschen zu sprechen, der eben verschwiegen ist und der das nicht nach außen trägt."

TIPP: Am 14. April 2024 ist Olympiapfarrer Thomas Weber ab 16 Uhr zu Gast im Evangelischen Gemeindehaus Rüdinghausen (Brunebecker Straße 18 in Witten). Im Rahmen der dortigen Predigt- und Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Zusammen halten“ geht es um die Frage, welche Rolle der Zusammenhalt für den Erfolg vor allem im Sport spielt. Neben der Nachwuchstrainerin der Damennationalmannschaft des Deutschen Handball-Bundes, Zuzana Porvazníková, und weiteren Teilnehmern aus der Welt des Sports stellt sich Weber in einer Diskussionsrunde den Fragen der beiden moderierenden Pfarrer Martin Hendler und Carsten Griese. Der Eintritt ist frei.

Seit 1972 entsenden die katholische und die evangelische Kirche Seelsorger zu den Olympischen Spielen. Das 50jährige Jubiläum wurde 2022 mit einem Festakt in München gefeiert. Berichte zu früheren Sommer- und Winterspielen sowie aktuelle Nachrichten zu Olympia 2024 bietet die Evangelische Kirche in Deutschland kompakt unter der Adresse https://www.ekd.de/olympiade-und-paralympics-53161.htm

Thomas Weber hatte seinen ersten Einsatz als Olympia-Pfarrer bei den Winterspielen in Turin 2006. Es folgten Einsätze bei den Sommerspielen in Peking (2008), London (2012) und Rio (2016) sowie bei den Winterspielen in Vancouver (2010), Sotchi (2014) und Pyeongchang (2018). Die Olympischen Spiele in Paris sind damit die Achten für den Gevelsberger Pfarrer. Bei den Sommerspielen in Tokio, die wegen der Corona-Pandemie erst 2021 stattfanden, sowie bei den Winterspielen in Peking 2022 konnte Weber aufgrund der Pandemiebeschränkungen nicht vor Ort dabei sein. Wie wichtig seelsorgerliche Begleitung im Spitzensport ist, weiß Weber auch durch seine Erfahrungen als Sportpfarrer bei den Weltspielen der Studierenden (Sommeruniversiaden) 2003 in Südkorea und 2005 in Izmir. Er möchte mit seiner Arbeit ganz nah an der Mannschaft sein. "Gemeinsam durch dick und dünn zu gehen und die Erlebnisse von Glück und Leid mit anderen zu teilen – darauf kommt es an", betont er. Mehr Infos unter https://www.kirche-und-sport.de/

Während der 33. Olympischen Sommerspiele vom 26. Juli bis zum 11. August 2024 in Paris messen sich mehr als 11.000 Athleten aus aller Welt in 32 Disziplinen – von Badminton und Basketball über Fechten, Fußball und Leichtathletik bis hin zu Volleyball und Gewichtheben. Hier geht es zur offiziellen Internetseite der Olympischen Spiele in der französischen Hauptstadt: https://olympics.com/de/paris-2024 Paris ist übrigens nach 1920 und 1924 schon zum dritten Mal Ausrichter der Spiele.

Der Ort Olympia auf der griechischen Halbinsel Peloponnes ist die Geburtsstätte der Olympischen Spiele. Der Legende nach soll der Halbgott Herakles die Spiele zu Ehren seines Vaters Zeus ins Leben gerufen haben. Geschichtliche Quellen und entsprechenden Siegerlisten zufolge fanden die ersten Spiele 776 vor Christus statt. Fast 50 Jahre lang bestanden sie nur aus einer einzigen Disziplin: Dem Stadionlauf, benannt nach dem gleichnamigen griechischen Längenmaß. Ein Stadion entspricht etwa 192 Meter. Erst danach kamen weitere Laufdisziplinen und noch später auch Faust- und Ringkämpfe sowie der Pentathlon (Fünfkampf aus Weitsprung, Laufen, Speerwerfen, Diskuswurf und Ringen) hinzu.

Einer der berühmtesten Teilnehmer war der römische Kaiser Nero, der bei den Spielen im Jahr 67 n.Chr. durch Bestechung in sechs Disziplinen gewann – darunter auch das Wagenrennen, obwohl er während des Rennens vom Wagen gefallen war. In der Folge verlor der Olympische Wettkampf seinen Wert. Auch der Glaube an die griechische Götterwelt wurde immer geringer, dafür erstarkte das Christentum, das im Jahr 380 n.Chr. schließlich sogar zur römischen Staatsreligion erhoben wurde. Kaiser Theodosius ließ die Olympischen Spiele schließlich im Jahre 394 n.Chr. verbieten, weil sie mit „heidnischen Kulten“ verbunden waren. Bis zur Wiederbelebung dauerte es rund 1.500 Jahre. Der Franzose Pierre de Coubertin sorgte 1894 für die erste Neuauflage der Olympischen Spiele.

Sonntag, 14.04.2024