Don Bosco: Mehr Unterstützung für Südsudan

von Stefan Klinkhammer

Sonntag, 03.02.2019

Bruder Lothar mit einem Waisenkind © Don Bosco Mission
Bruder Lothar mit einem Waisenkind © Don Bosco Mission

Der Südsudan, jüngster Staat der Erde, hat seit seiner Gründung 2011 viel durchgemacht. Der blutige Bürgerkrieg hat besonders die Kinder getroffen. Ihr Schicksal lässt Bruder Lothar Wagner von den Salesianern Don Boscos keine Ruhe ...

INFO: 400.000 Tote, ein blutiger Bürgerkrieg und Zerstörung - der Südsudan, oft als „jüngster Staat der Erde“ bezeichnet, hat viel durchgemacht seit seiner Gründung im Juli 2011. Auch die Kinder sind nicht verschont geblieben. Laut Kinderhilfswerk Unicef müssen rund 19.000 von ihnen im Südsudan eine Waffe tragen und werden als Kindersoldaten missbraucht. Ein warmes Bett, geregelte Mahlzeiten und Sicherheit - für viele Kinder dort wohl ein großer Traum. Denn sie leben auf der Straße, als Waisen oder getrennt von ihren Familien. Darum fordern die Salesianer Don Boscos mehr psychosoziale Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Südsudan. Viele Kinder seien traumatisiert durch Gewalterfahrungen, berichtet Bruder Lothar Wagner SDB auf einem Pressegespräch Ende Januar 2019 in Bonn. Der 45-jährige gebürtige Trierer ist seit Juni 2018 Koordinator für Kindesschutz in Wau und Kuajok, wo die Salesianer ein Rehabilitationszentrum unterhalten.

Allein in Wau, der zweitgrößten Stadt des Südsudans, leben nach Angaben von UNICEF rund 1.200 Kinder auf der Straße. Ziel der Salesianer ist es, die Jungen wieder in die Familien zurückzuführen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Der Prozess sei oft langwierig und müsse eng begleitet werden. „Hierfür braucht es dringend mehr psychologisches und pädagogisches Fachpersonal“, erklärt der Afrikaexperte. Ein Problem vor Ort sind die wenigen pädagogisch oder psychologisch ausgebildeten Leute. Doch gerade traumatisierte Kinder, wie ehemalige Kindersoldaten, brauchen dringend psychologische Hilfe. Die Don Bosco Mitarbeiter betreuen die Kinder und bieten Hilfe an. „Wenn die Kinder schon am Boden sind, geht es darum, sie vom Boden aufzurichten“, sagt Bruder Lothar. „Ziel von uns ist es, die Straßenkinder wieder in die Familie zurückzuführen. Das ist oft ein schwieriger und langwieriger Prozess. Wir geben aber nicht auf, denn der beste Platz für ein Kind ist seine Familie." Zudem können die Jugendlichen in Wau eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, Schweißer Maurer oder auch Schreiner machen. Die jungen Menschen sollen Zukunftsperspektiven erhalten. „Wo es Arbeit gibt, da gehen die Menschen nicht weg, sondern sie bleiben, weil sie eine Zukunft haben."

Salesianer Don Boscos: Die katholische Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (lat. Societas Sancti Francisci Salesii, Abk. SDB, „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales”) wurde 1859 von dem italienischen Jugendseelsorger Giovanni Don Bosco (*16. August 1815 in Becchi bei Turin, † 31. Januar 1888 in Turin) in Turin gegründet. Der sammelte in Turin hilfsbedürftige Mädchen und Jungen und bemühte sich um ihre schulische, berufliche und religiöse Bildung. Trotz großer Schwierigkeiten mit Kirche und Staat ging Don Bosco gewann er viele Mitarbeiter und gab 1859 seinen Priestern und Brüdern eine Lebensregel, die 1874 von Papst Pius IX. anerkannt wurde. Seine neu gegründete Ordensgemeinschaft nannte er „Salesianer”, denn zeitlebens war Don Bosco von Franz von Sales fasziniert, dessen Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit für ihn zu wichtigen Bestandteilen seines pädagogischen Engagements wurden.

Von Papst Pius XI. (1922–1939) wurde Don Giovanni Bosco 1934 heiliggesprochen. Sein Gedenkfest ist am 31. Januar. In Deutschland arbeiten die Salesianer Don Boscos seit 1916, derzeit sind es rund 400 Ordensangehörige in etwa 40 Niederlassungen. Die Leitung der Deutschen Provinz hat ihren Sitz in München. Der Orden unterhält bundesweit 35 Einrichtungen der Erziehungshilfe und Berufsbildung, Schulen, Jugendwohnheime und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in Brennpunktgebieten. Im oberbayerischen Benediktbeuern befindet sich ein Aktionszentrum, das Zentrum für Umwelt und Kultur, eine Jugendherberge sowie die Philosophisch-Theologische Hochschule des Ordens, in Bonn die Missionsprokur. Die Salesianer beschäftigen in Deutschland rund 1.600 Mitarbeiter. Als zweitgrößter Männerorden und drittgrößte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche engagiert sich die Gemeinschaft heute mit über 16.000 Mitgliedern in über 1.700 Niederlassungen in 132 Ländern der Welt für benachteiligte Kinder und Jugendliche durch Schulunterricht, Berufsbildung und Jugendarbeit.

Mehr zu Don Bosco und den Salesianern (SDB): www.salesianer.de, www.donbosco.de, www.come-to-bosco.eu.

Die DON BOSCO MISSION, 1969 gegründet, finanziert Hilfsprojekte durch Spenden, Fundraising und Beiträgen verschiedener christlicher Hilfswerke und Diözesen, z. B. Misereor, päpstliches Kinderhilfswerk. 148.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter (z.B. Lehrer, Sozialarbeiter) betreuen rund 16 Millionen Mädchen und Jungen in 1.800 Niederlassungen weltweit. Weltweit betreiben die Salesianer 741 Grundschulen, 1085 Sekundarschulen, 138 technische Gymnasien und 778 Berufsausbildungszentren.

Unser Gesprächspartner: Br. Lothar Wagner SDB, Koordinator für Kindesschutz im Südsudan. Der gebürtige Trierer und Afrika-Experte setzte sich zuvor in Sierra Leone und Liberia für ausgegrenzte Kinder und Jugendliche ein.  Kontakt: DON BOSCO MISSION, Sträßchensweg 3, 53113 Bonn, Tel. 0228 / 539 65-0, Fax 0228 / 539 65-65, Spendenkonto: IBAN DE92370601930022378015, BIC GENODED1PAX, Pax Bank. Mehr: http://www.donboscomission.de, www.donbosco.de.

Sonntag, 03.02.2019