Der Heilige Geist und der "Geburtstag" der Kirche

von Sabine Langenbach

Sonntag, 15.05.2016

buntes Kirchenfenster mit weißer Taube auf rotem Hintergrund
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Die Taube ist nicht nur ein Friedenssymbol, sie steht auch für den Heiligen Geist. (Foto: M.Rütten)

Wie die beiden anderen christlichen Hauptfeste Weihnachten und Ostern ist auch Pfingsten mit zwei Feiertagen ausgestattet, um die Bedeutung des Festes zu unterstreichen. Umfragen zeigen allerdings, dass viele nicht mehr wissen, was Pfingsten gefeiert wird

In der christlichen Kirche wird das Pfingstfest am 7. Sonntag, am 50.Tag nach Ostern gefeiert. Es basiert auf der Apostelgeschichte der Bibel, der zufolge die Jünger Jesu nach dessen Tod und Auferstehung zusammengekommen waren, um das altjüdische Schawuot-Fest zu feiern. Doch plötzlich "geschah (…) ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,  und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen" (Apostelgeschichte, Kap. 2, Vers 2-4). Insbesondere Petrus wandte sich an die jüdische Bevölkerung und predigte ihnen, "dass Gott diesen Jesus, (…) , zum Herrn und Christus gemacht hat" (Apostelgeschichte, Kap. 2, Vers 36). Er forderte sie auf, Buße zu tun und sich auf den Namen von Jesus Christus taufen zu lassen. Die Bibel berichtet von 3.000 Menschen, die der Einladung folgten und so die erste christliche Gemeinde gründeten. Pfingsten gilt deshalb bis heute auch als der "Geburtstag" der Kirche.  

Vor diesem Ereignis gab es noch keine christliche Kirche. Die Apostel gehörten einer jüdischen Sekte an, die in Erwartung des Messias von sich behauptete, den einzig wahren Glauben zu vertreten. Nachdem Jesus drei Tage nach der Kreuzigung wieder auferstanden und ihnen erschienen war, glaubten sie sicher sein zu können, dass er der angekündigte Messias gewesen sein müsste. Damit spalteten sie sich endgültig vom Judentum ab, das weiterhin auf das Erscheinen des Messias hofft, und wurden zusammen mit den Menschen, die ihnen in ihrer Überzeugung folgten zu Christen.

In der alten christlichen Kirche wurde zu Pfingsten getauft, in der Annahme, dass der Heilige Geist auch auf den Täufling übergeht. Als Zeichen der Reinheit trug man an diesem Tag weiße Kleidung, was im Englischen zu dem Namen White Sunday = Whitsun führte. Der deutsche Name Pfingsten leitet sich ab vom griechischen pentekoste = der Fünfzigste. Am fünfzigsten Tage nach dem jüdischen Passahfeste wurde das Schawuot-Fest gefeiert, ein Erntedankfest für die ersten Frühlingsfrüchte im hebräischen Monat Niwan, im Mai bzw. Juni. Die christliche Kirche hielt in der Folge an dieser Zeitrechnung fest.

Zum diesjährigen Pfingstfest plant die evangelische Kirche in NRW mehrere große Feste. So feiert zum Beispiel die Evangelische Kirche im Rheinland zusammen mit dem Kirchenkreis An der Ruhr am Pfingstsonntag (15.5.) ein ganztägiges Familienfest im Mülheimer Stadthallengarten. Alle Infos dazu hier. Gleich sechs Tage lang und verteilt auf verschiedene Orte feiert die Lippische Landeskirche ab dem Pfingstmontag (16.5.) einen Ökumenischen Kirchentag. Die zentrale Abschlussveranstaltung am 21. Mai findet – ebenso wie der Eröffnungsgottesdienst - auf dem Schloss Wendlinghausen in Dörentrup statt. Hierzu werden neben Bundestagspräsident Norbert Lammert auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, erwartet. Mehr Infos unter www.kirchentag-lippe.de

Sonntag, 15.05.2016