Denkmal-Tag: Kraft tanken im "Kloster auf Zeit"

von Sabine Langenbach

Sonntag, 08.09.2019

Luftaufnahme einer Hofanlage aus dem 19. Jahrhundert
In dieser Hofanlage aus dem 19. Jahrhundert sind auch die Gutshof-Akademie und das "Kloster auf Zeit" untergebracht. (Foto:Gutshof-Akademie)

Im Jahr 1993 nahm Deutschland die vom Europarat vorgeschlagene Idee der European Heritage Days auf und rief zum ersten Mal den bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" aus. Damals beteiligten sich 1.200 Kommunen mit insgesamt 3.500 Denkmalen.

Bei der Deutschland-Premiere 1993 wurden seinerzeit bundesweit zwei Millionen Besucher gezählt, europaweit waren es 10 Millionen. Ein Vierteljahrhundert später zählten die Veranstalter allein in Deutschland bundesweit rund 3,5 Millionen Besucher und etwa 8.000 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten, die ihre Tore für Kultur- und Geschichtsfans öffneten. In diesem Jahr findet der "Tag des offenen Denkmals" am 8. September statt und steht unter dem Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur".

Eine Übersicht aller Kommunen und Landkreise in NRW, die sich in diesem Jahr mit über 1.100 Bau- und Bodendenkmälern am "Tag des offenen Denkmals" beteiligen, finden Sie im Internet unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/laender/nw/ . Traditionell beteiligen sich auch viele Kirchengemeinden am Denkmaltag und bieten in ihren Sakralbauten Führungen, Turmbesteigungen und vieles mehr an.

Kirchenbauten stehen nicht nur architektonisch für bestimmte kunsthistorische Epochen wie Gotik, Renaissance oder Gründerzeit, sondern sie beherbergen oftmals auch wertvolle Kunstschätze in Form von Altären, Altarbildern und Ikonen, Heiligenschreine sowie kostbare Abendmahlsgefäße oder aufwändige Kirchenfenster. Darüber hinaus sind sie bis heute – auch für Kirchenferne – stille Zufluchtsorte und markante Orientierungspunkte im Stadtbild: Wo die Kirche steht, ist meistens auch das Zentrum einer Stadt oder eines Dorfes.

Die im Beitrag vorgestellte Gutshof-Akademie (Foto) öffnet am Tag des offenen Denkmals um 10 Uhr ihre Pforten. In der großzügigen Anlage samt Schloss aus dem 19. Jahrhundert laufen das ganze Jahr über Seminare  - unter anderem zu den Themen Marketing, PR, Image- und Personalberatung. Zusätzlich bietet Akademieleiterin Ilona Dörr-Wälde für Interessierte ein "Kloster auf Zeit" an: "Weil ich überzeugt bin, dass die christliche Botschaft gerade heute in unserer Zeit sehr relevant ist. Und um aktiv zu sein, brauch ich Kraft. Und das Christentum ist eine wunderbare Kraftquelle."

Aus diese Kraftquelle schöpft die Theologin auch selber. Vor allem die uralten Gebete und Rituale der Mönche aus Irland und Schottland haben es ihr angetan. Das spiegelt sich auch im "Kloster auf Zeit" wider. Die täglichen Morgen-und Abendgebete zum Beispiel haben in dieser iro-schottischen Tradition ihren Ursprung. Stille finden und neue Kraft schöpfen – das will das "Kloster auf Zeit" seinen Gästen ermöglichen.

Das funktioniert offenbar und hat nach den Worten von Akademieleiterin Ilona Dörr-Wälde auch Auswirkungen auf das "normale Leben". Denn in Feedbacks von Teilnehmern könne sie nachzulesen, "dass es gelingt, kleine Ruhepausen in den Alltag zu integrieren – z.B. das Morgengebet, oder dass einfach auch neue Kraft entstanden ist und neue Aufgaben umgesetzt wurden.“

Sonntag, 08.09.2019