175. Geburtstag: Bernadette Soubirous

von Stefan Klinkhammer

Sonntag, 06.01.2019

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Vor 175 Jahren wurde sie geboren: Bernadette Soubirous, Seherin von Lourdes. Aus ihren Erlebnissen wurde einer der größten Wallfahrtsorte. Die Krankenbruderschaft Rhein-Maas sorgt dafür, dass gesunde und kranke Pilger eine große Hoffnung praktisch teilen.

Wallfahrtsort Lourdes: Marienerscheinungen lassen sich bis ins frühe Christentum zurückverfolgen. Marienerscheinungen zählen seit dem 18. Jahrhundert zu den „Privatoffenbarungen“ und nach dem Katechismus steht es jedem Katholiken frei, an Privatoffenbarungen zu glauben oder nicht - auch wenn die Kirche sie als gesichert ansieht. Vielfach häufen sich Erscheinungen in Zusammenhang mit wirtschaftlichen und politischen Krisen: Hungersnöten, Seuchen, Missernten. Auch die Bedeutung von Lourdes im südfranzösischen Département Hautes-Pyrénées in der Nähe der spanischen Grenze, einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt, geht auf eine Marienerscheinung zurück. Jahr für Jahr reisen dorthin mehrere Millionen Pilger aus der ganzen Welt, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte. Der kleine Ort mit seinen rund 14.000 Einwohnern verzeichnet nach Paris die zweithöchste Zahl an Hotelbetten und Übernachtungen in Frankreich.
Am 11. Februar 1858 war dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) erstmals Maria erschienen. In insgesamt 18 Visionen wies die als „weiße Dame“ und „Unbefleckte Empfängnis“ auftretende Gottesmutter das Mädchen nach ihren Berichten an, Wasser aus einer Quelle zu trinken, Buße zu tun, die Priester eine Kapelle bauen zu lassen. Erst 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof anerkannt und 1891 von Papst Leo XIII. gesamtkirchlich approbiert. 1925 wird Bernadette selig-, 1933 heiliggesprochen. Sie selbst - immer wieder schwer krank, trat mit 22 Jahren in den Krankenpflegeorden der „Dames de Nevers“ ein und starb bereits 1879.
Rund um die Grotte von Massabielle, dem Ort der Erscheinungen, entstand ein heiliger Bezirk mit inzwischen mehreren großen Kirchen, Kapellen und Plätzen. Allein die unterirdische Basilika für die großen Gottesdienste fasst mehr als 30.000 Menschen, die sich an den abendlichen Lichterprozessionen beteiligen, um Stärkung und Hilfe zu erfahren. Viele Kranke versprechen sich Heilungen: 30.000 Heilungen soll es bislang gegeben haben; rund 6.000 sind dokumentiert, etwa 2.000 gelten als „medizinisch unerklärlich“. Von rund 7.000 Spontanheilungen, die seit Beginn im medizinischen Büro gemeldet und durch ein internationales Ärztekomitee geprüft wurden, hat die Katholische Kirche bisher 70 als Wunder anerkannt. Auch die Päpste stehen im 21. Jahrhundert weiter fest zu Lourdes. Mit letzter Kraft machte Johannes Paul II. 2004 die letzte seiner 104 Auslandsreisen hierher. Und Benedikt XVI. kam 2008, zum 150. Jubiläum der Erscheinungen der heiligen Bernadette. Dem sogenannten Lourdes-Wasser aus einer Quelle nahe der Mariengrotte von Massabielle schreiben Gläubige heilende Kräfte zu.
Internet: http://lourdes-france.org/de

Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V.: Marion Müller-Praschma und Antonia Harbusch von der Krankenbruderschaft Rhein-Maas sorgen dafür, dass Behinderte und Schwerkranke auf große Reise nach Südfrankreich gehen können. Gegründet wurde die Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V. 1973 für die Organisation und Durchführung von Pilgerfahrten nach Lourdes und in andere bedeutende Wallfahrtsorte. Gesunde und kranke Pilger sollen so die Gemeinschaft des Unterwegsseins im Glauben erfahren. Vorsitzender ist Raphael Freiherr von Loë auf Schloss Wissen bei Weeze. Seit 1974 wurde in jedem Jahr ein eigenständiger Pilgerzug von Kleve organisiert, bei dem die Reisenden durch die Krankenbruderschaft Rhein-Maas gemeinsam mit dem Malteser-Lourdes-Krankendienst betreut werden. Von den fast 400 Pilgern pro Zug sind durchschnittlich 100 Kranke und Behinderte, die von rund 80 Helfern betreut werden. Dafür stehen im Zug acht bis elf Liegewagen, zwei Packwagen und ein Lazarettwagen bereit. Auch kranken Pilgern aus Familien, Pflegeheimen, Alteneinrichtungen und Wohngruppen soll auf diese Weise die Teilnahme an einer solchen Fahrt ermöglicht werden. Für sie stehen in den Hotels erfahrene Ansprechpartner und ein Arzt aus dem Malteser-Helferteam jederzeit zur Verfügung. Vor Ort gibt es ein gemeinsames Programm mit gemeinsamen Gottesdiensten, der Teilnahme an den Prozessionen, einem Ausflugstag und vielen Begegnungen untereinander.

Wallfahrt 2019: Die nächste Wallfahrt der Krankenbruderschaft nach Lourdes findet für kranke und gesunde Menschen vom 25. Mai - 01. Juni 2019 statt.

Unsere Gesprächspartnerinnen und Kontakt: Marion Müller-Praschma, Organisatorin, Helferin Antonia Harbusch, Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V., Motzfeldstr. 144, 47574 Goch, Tel. 02823 / 1358, E-Mail: krabruder@hotmail.com, Internet: https://www.krankenbruderschaft-rhein-maas.de/, Flyer der Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V.: Download

Sonntag, 06.01.2019