glutenfreies Abendmahl: damit alle mitfeiern können

von Werner Beuschel

Sonntag, 05.10.2014

Abendmahls-Tisch mit Brot und silbernem Weinkelch
Ein klassisches Abendmahl mit Brot und Wein. Für beides gibt es in der Kirche inzwischen aber auch Alternativen.

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall – und das nur wegen einer Scheibe Brot! Wer an einer Unverträglichkeit gegen das in einigen Getreidesorten enthaltene Gluten leidet, muss aufpassen, was er isst – das gilt auch für´s Abendmahl.

Zu diesem Sakrament sind in der evangelischen Kirche alle getauften Christen eingeladen. Und damit auch wirklich alle teilnehmen können – zum Beispiel auch Jugendliche oder Alkoholkranke – gibt es in vielen Gemeinden schon seit langem regelmäßig Abendmahlsgottesdienste, wo statt echtem Wein Traubensaft ausgeschenkt wird. Relativ neu ist dagegen, dass sich die Kirche auch bei der Auswahl des Brotes für das Abendmahl Gedanken macht.

Hintergrund ist die steigende Zahl von Menschen, die kein Gluten vertragen (Zöliakie) – ein Stoff, der ganz natürlich in einigen Getreidesorten vorkommt. Betroffene müssen deshalb zum Beispiel mehlhaltige Produkte in ihrer Ernährung meiden, sonst drohen z.T. massive körperliche Beschwerden. Damit sie trotzdem an der Feier des Abendmahls teilnehmen können, teilen einige Gemeinden in ihren Gottesdiensten kein „normales“ Brot mehr aus, sondern bieten stattdessen glutenreduzierte oder -freie Oblaten an.

Als „glutenreduziert“ gelten Oblaten aus Primaweizenstärke mit einem Glutengehalt von weniger als 100 ppm (parts per million). Als „glutenfrei“ dürfen laut EU-Recht dagegen nur Erzeugnisse bezeichnet werden, die weniger als 20 ppm enthalten. Diesen Wert erreichen z.B. Oblaten aus Kartoffelstärke, die allerdings nicht im Einklang mit dem katholischen Kirchenrecht stehen, denn der codex iuris canonici. (CIC) 924 verlangt in §2: “Das Brot muss aus reinem Weizenmehl bereitet und noch frisch sein, so dass keine Gefahr der Verderbnis besteht”.

Mehr Infos unter https://www.dzg-online.de/kommunion-und-abendmahl-mit-zoeliakie.54.0.html


Sonntag, 05.10.2014