"DO IT" – Diakonie hilft Flüchtlingskindern

von Dr. Brigitta Hildebrand

Sonntag, 20.04.2014

Kinder in einem Flüchtlingslager
Etwa die Hälfte der über 45 Mio. Flüchtlinge weltweit sind minderjährig, schätzt das UN-Flüchtlingskommissariat

Pro Jahr stranden in Deutschland bis zu 3.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Mit ihrem von der Aktion Lichtblicke e.V. geförderten Projekt "DO IT!" steht die Wuppertaler Diakonie solchen Kindern und Jugendlichen zur Seite.

Kernstück des Projektes ist die gezielte Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Helfern, die dann die Vormundschaft für die jungen Flüchtlinge übernehmen und sie in allen Alltagsfragen begleiten und unterstützen – zum Beispiel im Umgang mit Behörden, Ärzten oder in der Schule. Dazu hat "DO IT!" ein mehrstufiges Schulungskonzept erarbeitet. Es reicht von grundsätzlichen Fragen wie "was ist ein Vormund, was sind seine Aufgaben?“ über Gespräche mit einer Trauma-Expertin bis hin zu den asyl- und ausländerrechtlichen Grundlagen, um die Ehrenamtlichen optimal auf ihre Aufgabe vorzubereiten.

Das Konzept hat nicht nur entsprechende Förderstellen der Europäischen Union überzeugt – auch die von den Kirchen und den NRW-Lokalradios gemeinsam getragene Aktion Lichtblicke e.V. hat das Wuppertaler Projekt finanziell unterstützt. Ähnliche diakonische Angebote gibt es inzwischen auch in Dortmund, Jülich, Potsdam und im ostwestfälischen Schweicheln.

Der Bedarf an Unterstützung ist groß bei den Flüchtlingskindern. Etwa 70 bis 80 von ihnen kommen jedes Jahr in Wuppertal an. Viele stammen aus Afghanistan oder afrikanischen Ländern wie Eritrea, Kamerun, Mali oder Somalia. Aus Angst vor Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung oder Kriegen, bei denen sie als Kindersoldaten eingesetzt werden sollten, haben sie ihre Heimat verlassen.

Wer unter 18 Jahre alt ist, dem wird vom Familiengericht ein gesetzlicher Vormund zugeteilt. Meist übernähmen ein Verein oder das Jugendamt diese Aufgabe, erklärt die Projektleiterin Katrin Löffelhardt. In Wuppertal müsse sich beispielsweise ein Jugendamtsmitarbeiter um bis zu 50 Mündel kümmern. Bei "DO-IT!" gebe es dagegen ein 1:1-Verhältnis: Jeder junge Flüchtling bekomme einen eigenen Betreuer. Entsprechend groß sind laut Katrin Löffelhardt die Integrationserfolge: " Wir haben eine junge Frau (… ) die jetzt das Abi macht und Wirtschaftinformatik studieren wird. Wir haben Jugendliche, die in der Ausbildung sind ( … ) Aber wir haben auch Analphabeten und versuchen, dass auch diese Jugendlichen ihren Platz in der Gesellschaft finden."

Sonntag, 20.04.2014