INFO: Gestern, zum 800.
Jahrestag der päpstlichen Bestätigung der Ordensregel durch Honorius III., hat
für den Orden der Predigerbrüder (Dominikaner / Ordo Praedicatorum, OP) ein
weltweites Festjahr begonnen, das am 21. Januar 2017 in Rom enden wird. Der
Dominikanerorden gehört zu den wichtigsten Ordensgemeinschaften der
katholischen Kirche.
Sie ist benannt nach ihrem Gründer, dem heiligen
Dominikus von Caleruega (1170-1221) aus Caleruega/Kastilien.
Er studierte Theologie, wurde 1196 in das Domkapitel nach Osma gerufen und
Augustinerchorherr, führte ein zurückgezogenes Leben bis er 1203 eine Reise
nach Norddeutschland unternahm. Begeistert für die Mission, begann er ab 1206
ein Leben als Wanderprediger, gründete ein Frauenkloster und gewann Mitbrüder
in Südfrankreich. 1215 gründete er einen Predigerorden (Ordo Praedicatorum /
OP) für das Bistum in Toulouse, übernahm 1216 die Regel des hl. Augustinus, erhielt
ein Jahr später von Papst Honorius II. den Auftrag zur weltweiten Verkündigung
und sandte seine Brüder nach Paris und Spanien. 1218 gingen die ersten Brüder
von Rom nach Bologna, wo sich das erste Generalkapitel des Ordens 1220 eine
neue Verfassung gab. Am 6. August 1220 starb Dominikus in Bologna, 1234 wurde
er durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
Das Ordenskürzel OP beschreibt den Gründungsauftrag
aus dem frühen 13. Jahrhundert: Ihr Ziel, in radikaler glaubwürdiger
evangelischer Armut den katholischen Glauben gegen die Irrlehren der Zeit zu
verkünden, fanden sie zunächst in Südfrankreich. Anders als der brutale
Kreuzzug gegen die Sektenbewegung der Katharer (Albigenser) setzten sie im
Sonderauftrag von Papst Innozenz III. (1198-1216) allein auf das Wort Gottes
und die Predigt, zunächst ohne großen Erfolg. Mit wachsendem Einfluss setzte
der Bettelorden vor allem auf Ausbildung der Mitglieder und die Wissenschaft.
Schnell war er an den großen Universitätsstädten Europas präsent. Zu berühmten
Mitgliedern zählen Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Meister Eckhart oder der
Maler Fra Angelico, sie stellten vier Päpste und mehr als 60 Kardinäle. Auch Tomas
de Torquemada, erster Großinquisitor Spaniens, der als Ketzer hingerichtete Girolamo
Savonarola oder der Verteidiger der Indios Bartholome de las Casas gehörten zum
Orden. Bekannte Mitglieder in der Neuzeit sind die Theologen Marie-Dominique
Chenu und Yves Congar, der peruanischer Befreiungstheologe Gustavo Gutierrez
oder der Kardinal und Erzbischof von Wien Christoph Schönborn
Der Dominikanerorden zählt heute weltweit etwa 6.500 Mitglieder in
mehr als 600 Klöstern in 102 Ländern, rund 140 dominikanische
Schwesternkongregationen mit 3.000 kontemplativ lebende Dominikanerinnen und
über 30.000 apostolisch-karitativ tätige Schwestern im Dritten Orden
(Terziaren). In Berlin, Düsseldorf, Köln und Worms sind Schwestern und Brüder
in der Obdachlosenarbeit engagiert, in Darmstadt, Berlin, Essen, Düsseldorf,
Vechta und Bottrop als Gefangenenseelsorger und in verschiedenen Städten in der
Migrantenarbeit. Der 1860 neu gegründete Dominikanerkonvent St. Joseph war die
erste dauerhafte Wiederansiedelung der Dominikaner in Deutschland nach der
Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Düsseldorfer Kloster der
Predigerbrüder hat 1972 die Pfarrei St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt
übernommen (Predigten, Bildungsarbeit, profilierte City-Seelsorge mit
Gesprächen, Führungen und Konzerten). Die derzeit zwölf Mitglieder des Konvents
arbeiten in der Wissenschaft, Verlagen und der Bildungsarbeit und engagieren
sich in der Seelsorge etwa für Strafgefangene oder Obdachlose. Die seit 19
Jahren bestehende „Offene Kirche der Dominikaner“ in Düsseldorf war eines der
bundesweit ersten Projekte der sogenannten Citypastoral.
Unser Gesprächspartner: P. Wolfgang Sieffert OP, Jg. 1957, Diplom-Theologe, Gefängnisseelsorger,
Hg. Gefangenenmagazin „Ulmer Echo“ in der JVA Düsseldorf, Vorsitzender
Altstadt-Armenküche e.V., Initiativkreis Armut in Düsseldorf, Seelsorge im
Projekt „Offene Kirche der Dominikaner“.
Kontakt: Dominikanerkonvent
St. Josef und Katholisches Pfarramt St. Andreas, Andreasstr. 27, 40213
Düsseldorf, Pfarrei: Tel. 0211 / 13 63 45 5, Fax: 0211 / 13 63 45 6, Konvent:
Tel. 0211 / 13 63 40, Fax: 0211 / 13 63 43 0 (Konvent), Mail: PaterWolfgang@gmx.de. Die
Klosterpforte ist geöffnet montags bis samstags 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, das
Pfarrbüro montags bis freitags 9 bis 12 Uhr. Internet: www.dominikaner-duesseldorf.de
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