Caritas-Sonntag: Jeder braucht ein Zuhause

von Stefan Klinkhammer

Sonntag, 23.09.2018

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Kampagnenmotiv des Deutschen Caritas-Verbandes „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Caritas ist Kirche – das unterstreicht der heutige Caritassonntag. Er steht unter dem Motto der Jahreskampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. Und nicht erst seitdem die Politik das Thema entdeckte, ist die Caritas ganz praktisch aktiv....

INFO: Der Minister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, lud am 21.9.2018 zu einem Wohngipfel unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel in das Kanzleramt. Zu einem „Alternativen Wohngipfel“ am 20. und 21. September in Berlin hatte darum ein breites Bündnis von Mieterbund, Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsorganisationen eine grundlegend neue Wohnungs- und Mietenpolitik gefordert. Sie luden am 20. September in das Umweltforum Berlin und veröffentlichten einen gemeinsamen Aufruf gegen den Mietenwahnsinn. Innerhalb von wenigen Tagen schlossen sich über 100 Initiativen und Organisationen dem Aufruf an. Der Aufruf zum Download. Dem Bündnis gehören der Deutsche Mieterbund (DMB), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Sozialverband VdK Deutschland, der Paritätische Gesamtverband, die BAG Wohnungslosenhilfe und das #Mietenwahnsinn-Bündnis an.

Appell katholischer Verbände: Auch katholische Verbände hatten vorab mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien gefordert. In einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichen gemeinsamen Appell sprachen sich der Caritasverband (DCV), der Familienbund der Katholiken (FDK) und der Katholische Siedlungsdienst (KSD) u.a. für eine deutliche Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus aus. Wohnungsnot treffe Familien „mit besonderer Härte“ und berge „gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial“, betonte Caritas-Präsident Peter Neher. Längst sei die Wohnungsknappheit so groß, dass kinderreiche Familien ebenso wie alleinerziehende Mütter und Väter, aber auch Eltern mit kleinen und jugendlichen Kindern Schwierigkeiten hätten, eine passende finanzierbare Wohnung zu finden. Die Verbände begrüßten die Zusage der Bundesregierung, fünf Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau zu investieren, als ersten Schritt - auch die angekündigte Erleichterung des Erwerbs von Wohneigentum für Familien, etwa durch einen nach Kinderzahl gestaffelten Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer. KSD-Vorstand Ulrich Müller appellierte auch an kirchliche Einrichtungen, sich stärker im sozialen Wohnungsbau zu engagieren.

Caritas-Jahres-Kampagne: Der Deutsche Caritas-Verband hatte bereits seine laufende Jahreskampagne unter das Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ gestellt. Dem Thema ist auch der heutige Caritassonntag 2018 gewidmet. Der jährliche Tag will bewusst gemacht werden, dass Caritas, gelebte Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Solidarität gegenüber den Mitmenschen, zusammen mit der Verkündigung und der Liturgie das Fundament der Kirche und des christlichen Lebens ist. „Menschen erleben, dass sie trotz eines Einkommens als Polizisten, Verwaltungsfachkräfte, Erzieherinnen oder Krankenschwestern keinen bezahlbaren Wohnraum mehr für sich und ihre Familien finden“, betonen die deutschen Bischöfe in ihrem Aufruf zum Caritas-Sonntag 2018. „ In immer mehr Städten und Regionen machen die Menschen die frustrierende Erfahrung, an den Rand gedrängt zu werden oder in zu kleinen Wohnungen leben zu müssen. Die diesjährige Caritas-Kampagne will verdeutlichen, wie wichtig es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Einkommen, unterschiedlicher Bildung und Berufen, aus unterschiedlichen Nationen ganz selbstverständlich im Alltag begegnen.“

Informationen zur Jahreskampagne: Zentrale Ergebnisse der vom Deutschen Caritasverband in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie „Menschenrecht auf Wohnen", das Online-Tool „Wer wohnt wo, für wie viel?" zeigt, wie viel Miete Singles, Alleinerziehende oder Familien in verschiedenen deutschen Städten bezahlen. In seinen sozialpolitischen Positionen formuliert der Deutsche Caritasverband seine Forderungen an die Verantwortlichen in Kommunen, Ländern und im Bund ebenso wie an alle verbandlich-kirchlichen Akteure. -> Zum Download. Weitere Materialien: Plakate, Anzeigen, Flyer, Gottesdienstbausteine für die Caritas-Sonntage und vieles mehr, um das Anliegen der Kampagne zu unterstützen. Mehr: https://www.zuhause-fuer-jeden.de/.

Caritas-Sonntag 2018: In den Pfarrgemeinden wird am Caritassonntag eine Kollekte für die Wohnungslosenhilfe der Caritas gehalten, da Wohnungslose von der großen Zahl fehlender Wohnungen besonders betroffen sind – die Caritas beziffert die Lücke auf eine Million Wohnungen, die dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Dies jedoch betrifft inzwischen nicht nur Randgruppen: Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, warnt der größte deutsche Wohlfahrtsverband. Wohnungen werden luxussaniert, Mieten steigen stark, Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und finden keine neue Wohnung, die sie sich leisten können. Sie verlieren ihr soziales Umfeld, ihr Zuhause und sitzen zuletzt auf der Straße. Hier will die Caritas-Kampagne 2018 zeigen, wo es an Wohnungen fehlt und wie man bezahlbaren Wohnraum schaffen kann, so die Caritas: „Denn ein Zuhause für jeden darf in einem reichen Land wie Deutschland nicht Privileg sein, sondern Grundrecht.“

Unsere Gesprächspartner:

Heinz-Josef Kessmann, Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Münster, Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes, Sprecher der NRW-Caritasdirektoren, Kontakt: Caritasverband für die Diözese Münster e.V., Kardinal-von-Galen-Ring 45, 48149 Münster, Tel. 0251 / 8901-0, E-Mail: info@caritas-muenster.de, Internet: www.caritas-muenster.de

Sabine Depew, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für das Bistum Essen, Diözesan-Caritasdirektorin im Ruhrbistum und Herausgeberin von „caritas in NRW". Kontakt: Am Porscheplatz 1, 45127 Essen, Tel. 0201 / 810280, E-Mail: sabine.depew@caritas-essen.de, Facebook: www.facebook.com/sabine.depew, Twitter: @SabineDepew, Internet: https://www.caritas-essen.de/.

Caritas in NRW: Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn, Hubertusstraße 3, 40219 Düsseldorf, Tel. 0211 / 5160662-0, Fax 0211 / 5160662-5, E-Mail: redaktion@caritas-nrw.de, Internet: www.caritas-nrw.de

Sonntag, 23.09.2018