Weltkulturerbe Aachener Dom

von Christof Beckmann

Sonntag, 22.04.2018

Platzhalterbild
Bild: Dome in NRW, Montage: K!P-NRW

Der Dom zu Aachen ist seit 1.200 Jahren eine Pilgerkirche für Generationen: Jetzt steht ab Mai die Patronin des Doms, Maria, im Mittelpunkt. Und nicht nur dort – es ist viel los im Land, denn die Wallfahrtssaison startet wieder ...

Weltkulturerbe Aachener Dom:  Über Jahrhunderte hinweg galt Hohe Dom zu Aachen als eine der bedeutendsten Pilgerkirchen Europas. Ab dem 1. Mai gehen Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Aachen, ganz Deutschland und den Nachbarländern die ausgeschilderten Pilgerwege von Kornelimünster, Moresnet und Kohlscheid zum Aachener Dom. Gruppen haben bis 31. Oktober 2018 die Möglichkeit, in der Nikolauskapelle des Aachener Doms einen Gottesdienst zu feiern.
Das Gotteshaus gehört zu den besterhaltenen Baudenkmälern der Karolingerzeit. Kaiser Karl der Große machte die Stadt um 800 zum Mittelpunkt seines europäischen Reiches. Im „zweiten Rom“ baute er seine zentrale Residenz mit der Pfalzkapelle (Marienkirche), dem Kernbau des heutigen Marien-Doms. Er wurde am 8. September 1978 als erste von jetzt 42 Welterbe-Stätten in Deutschland in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das werden Bistum und Stadt in diesem Jahr besonders feiern. Zur Festwoche, die unter dem Motto „Aachener Dom. Erbe für die Welt“ steht, wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Sie beginnt mit einem Gottesdienst am Sonntag, 23. September. Bis zum 30. September stehen Vorträge, Theateraufführungen, Poetry Slam und Konzerte auf dem Programm. In speziellen Domführungen können die Besucher an diesen Tagen auch Orte besichtigen, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Eine Lichtinstallation wird ab dem 22. September die lange Geschichte des Gebäudes auf der Außenwand des Domes lebendig in Szene setzen. Eintrittskarten für „Der Dom leuchtet", die Konzerte und die übrigen Veranstaltungen sind seit dem 20. April in der Dominformation und in der Tourist-Info Elisenbrunnen erhältlich.  Internet: https://www.aachenerdom.de/

950 Jahre Imad-Dom zu Paderborn: 2017 hat das Paderborner Metropolitankapitel bereits das 1.000-jährige Jubiläum der Bartholomäuskapelle begangen – 2018 folgt nun das Jubiläumsjahr zur 950-jährigen Weihe des 1068 geweihten Imad-Doms. Bereits im 8. Jahrhundert entstanden die Vorgängerbauten des „Hohen Doms St. Maria, St. Liborius, St. Kilian“, der Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn mit dem markanten mächtigen Westturm. Unter dem Leitwort „behütet und bedacht“ wurde dazu ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt, das am 22. Juli 2018, dem Festtag der Domweihe, seinen Höhepunkt mit einem Festgottesdienst findet. Dann sollen auch zum ersten Mal die neuen Domglocken erklingen. Das bunte und vielfältige Veranstaltungsprogramm zum Jubiläumsjahr hat begonnen: Seit dem 17. April richten die Institute für Katholische und Evangelische Theologie der Universität Paderborn eine interkonfessionelle Ringvorlesung unter dem Titel „Mit Gott im Raum: Religiöse Räume und heilige Orte“ aus. An jedem Dienstagabend des Sommersemesters stellen Theologen unterschiedlicher Religionen den Ursprung, Wandel und die Bedeutung heiliger Orte vor. Internet: https://www.dom-paderborn.de/

Paulusdom in Münster: Der 805 durch den aus Friesland stammenden Missionar Liudger begründete St.-Paulus-Dom ist der dritte Bau an dieser Stelle. Er wurde in seiner heutigen Form 1225 grundgelegt und 1264 geweiht. Er wird beim 101. Deutschen Katholikentag am 9.-13. Mai 2018 das spirituelle Zentrum des Großtreffens sein. Internet: www.paulusdom.de/

Essener Münsterkirche: Die Bischofskirche des Bistums Essen am Burgplatz in der Innenstadt ist den hll. Cosmas und Damian und der Jungfrau Maria geweiht. Die ehemalige Stiftskirche des um 845 gegründeten Essener Frauenstifts wurde 1275 als gotische Hallenkirche erreichtet. Der kleine, aber bedeutende Domschatz zählt zahlreiche Kunstschätzen – nicht zuletzt die um 980 entstandene Goldene Madonna, die älteste vollplastische Marienfigur nördlich der Alpen. Internet: www.dom-essen.de

Der Hohe Dom zu Köln: Mit einem ersten Vorgängerbau, der um 300 n.Chr. unter Bischof Maternus entstand, ist die älteste der NRW-Kathedralkirchen. Für die heutige „Hohen Domkirche Sankt Peter und Santa Maria“ wurde der Grundstein 1248 gelegt. Die größte Wallfahrtskirche in Europa ist mit ihren 157,38 Metern Höhe nach der Moschee von Casablanca in Marokko mit 172 Metern und dem Ulmer Münster mit 162 Metern das dritthöchste Gotteshaus der Welt. Zur 750-Jahr-Feier wurde der Dom offiziell in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Internet: www.koelner-dom.de/

Start der Wallfahrtssaison in Kevelaer: Unter über 50 Wallfahrtsorten in NRW ist Kevelaer der größte. Dort eröffnet der Bischof von Aachen, Dr. Helmut Dieser, mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in drei Sprachen Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ am Dienstag, 1. Mai, das Pilgerportal der Kevelaerer Marienbasilika vor dem um 10 Uhr beginnenden Pontifikalamt. Die Wallfahrtszeit in der Marienstadt steht in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Suche Frieden!“ und greift damit - wie in allen Wallfahrtsorten der nordwestdeutschen Diözesen - das Motto des diesjährigen Katholikentags in Münster auf. Täglich gibt es von der Wallfahrtsleitung gestaltete Gottesdienste für alle Pilgergruppen. Kevelaer ist nach dem bayerischen Altötting der zweitgrößte katholische Pilgerort in Deutschland. Jährlich kommen rund 800.000 Pilger zum Luxemburger Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“. Die Wallfahrt entstand 1642 während des Dreißigjährigen Krieges. Informationen rund um die Wallfahrt in Deutsch, Niederländisch und Englisch unter www.wallfahrt-kevelaer.de.

Echternacher Springprozession 2018: Echternach im Großherzogtum Luxemburg ist seit dem Ende des 7. Jahrhunderts ein wichtiger Ort für die Ausbreitung des Christentums. Der Ort mit seiner ehemaligen Reichsabtei ist Begräbnisstätte des angelsächsischen Missionars und Heiligen Willibrord. Die außergewöhnliche Prozession („Procession Dansante“), die jedes Jahr am 2. Pfingsttag zu seinen Ehren durchgeführt wird, ist seit 2010 von der Unesco als „Immaterielles Weltkulturerbe" anerkannt. In diesem Jahr findet sie am 20.-22. Mai statt. Aus Deutschland kommen Wallfahrer zum Beispiel seit Hunderten von Jahren aus der Region der Städte Prüm und Waxweiler in die alte Abteistadt. Jeder ist herzlich willkommen - man muss sich nicht anmelden. Internet: http://www.springprozession.com/

Heiligtumsfahrt Maastricht 2018: Eine der beeindruckendsten Wallfahrten im Rhein-Maas-Gebiet ist die Heiligtumsfahrt Maastricht zu Ehren des Stadtpatrons St. Servatius. Sie findet diesmal vom 24. Mai bis 3. Juni statt. Die große Prozession (Ommegang) mit Laiendarstellern, Musikgruppen, Fahnenschwenkern und Geistlichen vor Zentausenden Gläubigen ist einer der Höhepunkte. Dabei werden nach alter Tradition Reliquien gezeigt, auch der goldene Servatiusschrein wird durch die Straßen Maastrichts getragen. Die Heiligtumsfahrt Maastricht findet wie die Heiligtumsfahrten Aachen, Kornelimünster und Mönchengladbach im Rhythmus von sieben Jahren statt. Internet: www.heiligdomsvaartmaastricht.nl. Auch das Bistum Aachen nimmt mit einer Diözesanen Wallfahrt am Sonntag, 27. Mai, daran teil. Anmeldung ab sofort online unter www.pilgern-bistum-aachen.de oder per Telefon 0241/452-581.

Sonntag, 22.04.2018