Brasilien: Fußball-WM mit Schattenseiten

von Manfred Rütten

Sonntag, 01.06.2014

ein Fußball hängt an einem Luftballon mit Brasilienflagge
Lassen die Proteste der Einheimischen den WM-Traum am Ende platzen?

Brasilien gegen Kroatien heißt am 12. Juni die erste Paarung bei der diesjährigen Fußball-WM. Millionen Menschen weltweit fiebern dem Turnier am Zuckerhut entgegen, doch für viele Brasilianer ist es eine WM mit Schattenseiten.

Umgerechnet fast elf Milliarden Euro hat die brasilianische Regierung für diese Weltmeisterschaft ausgegeben, allein die Hälfte davon für neue Stadien und Flughäfen. In weiten Teilen der Bevölkerung ist von dem Geld dagegen so gut wie nichts angekommen: die Wasserversorgung, das Bildungs- und Gesundheitswesen sind nach wie vor mangelhaft, und die Kluft zwischen Arm und Reich immer noch extrem.

Darauf machen auch die Kirchen in Deutschland aufmerksam: Das katholische Hilfswerk Adveniat zum Beispiel mit seiner Aktion "Steilpass. 11 Freunde für Fairness und Gerechtigkeit".  Auf evangelischer Seite ist es vor allem das Hilfswerk "Brot für die Welt", das die ungerechte Verteilung von Geld und Chancen auch in Brasilien anprangert. "Fair Play for Fair Life" – so heißt deshalb ihre Aktion.

Schon beim Confederations Cup in Brasilien 2013, der als Testlauf für die WM galt, kam es zu heftigen Protesten der brasilianischen Bevölkerung. Sie richteten sich gegen die immensen Ausgaben für die Weltmeisterschaft, eine nicht nachhaltige Planung und gegen die Verdrängung oder gar Vertreibung von Einwohnern insbesondere aus den Armenvierteln (Favelas). Seit Anfang 2014 sind diese Proteste wieder aufgeflammt und gehen unvermindert weiter

Sonntag, 01.06.2014