Auf den Spuren von Johannes dem Täufer

von Caroline Peter

Sonntag, 25.06.2017

Gemälde von Caravaggio mit dem Titel 'Salome mit dem Kopf Johannes’ des Täufers'
Etwa um 1607 entstand dieses Gemälde von Caravaggio mit dem Titel "Salome mit dem Kopf Johannes’ des Täufers"

Der Johannistag am 24. Juni erinnert an Johannes den Täufer - einen Bußprediger, der um 28 n.Chr. in Judäa und Galiläa das Kommen des Messias verkündete und Menschen taufte. Auch Jesus ließ sich von ihm im Wasser des Jordan taufen.

Dabei erkannte Johannes, welche Bedeutung Jesus haben würde und sagte demütig: "Er muss wachsen, ich aber abnehmen". Tatsächlich berichtet die Bibel weiter, dass bei der Taufe Jesu zum ersten Mal dessen Göttlichkeit und besondere Sendung offenbar wurde. Im Markus-Evangelium heißt es dazu im Kapitel 1, Vers 11: "Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." Laut www.heiligenlexikon.de sieht die christliche Kirche in Johannes "den letzten großen Propheten der biblischen Tradition und »Vorläufer« von Jesus. Dabei haben die Evangelien auf die Botschaft des Propheten Maleachi Bezug genommen, wonach Gott einen »Boten« schicken wird, der »den Weg freiräumen« soll mit seiner Gerichtsbotschaft, die zur Läuterung dient."

Nach biblischer Überlieferung wurde Johannes ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Deshalb wurde der Johannistag auf den 24. Juni festgelegt, der zugleich das antike Datum der Sommersonnenwende markierte – also jenem Termin, an dem die Tage wieder beginnen, kürzer zu werden. Dadurch ergibt sich quasi eine kalendarische Bestätigung des Johannes-Zitats "Er muss wachsen, ich aber abnehmen". Dass Johannes tatsächlich als Bußprediger gewirkt hat und schließlich auf Wunsch von Salome und durch Anordnung ihres Vaters Herodes Antipas enthauptet wurde, ist durch den jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus verbürgt.

Doch nicht nur in Geschichte und Theologie hat Johannes der Täufer seine Spuren hinterlassen. Der evangelische Johanniterorden ist ebenso nach ihm benannt wie das Johanniskraut, das zur Mitte des Jahres blüht. Gleiches gilt auch für die Johannisbeere, deren Früchte um diese Zeit reif werden, und für den Johannisbrotbaum. Dessen Früchte gelten zwar als sehr nährstoffreich, schmecken aber nicht besonders gut – eine typische Kost für Asketen wie Johannes, der sich laut Bibel von Heuschrecken und wildem Honig ernährt haben soll. Sein Name findet sich auch im Tierreich wieder – etwa beim Johanniskäfer. Die auch "Glühwürmchen" genannten Insekten entfalten ihre Leuchtkraft um den 24. Juni herum.

Sonntag, 25.06.2017