125 Jahre KGV Düsseldorf

von Stefan Klinkhammer

Sonntag, 22.04.2018

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Seit 1893 begleitet und unterstützt der Katholische Gefängnis-Verein Düsseldorf Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion und Welt-Anschauung. Damit sie nach der Haft nicht wieder straffällig und wieder in die Gesellschaft integriert werden.

INFO: „Unschuldig sitzt kaum jemand. Und Strafe muss sein, sagt die Gesellschaft. Hinter Gittern sitzen Menschen. Menschen, die Menschen bleiben wollen und deshalb Menschen brauchen. Nicht anders als vor den Gittern“ – so heißt es beim Katholischen Gefängnisverein Düsseldorf, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen begehen kann. Unter dem Motto „Unterstützen statt verwahren – eingliedern statt ausschließen!“ kümmern sich etwa 60 Ehrenamtliche unterschiedlicher Herkunft und aus allen Schichten um einzelne oder mehrere Inhaftierte oder ehemalige Strafgefangene, damit sie sich wieder in der Gesellschaft zurechtfinden. Wesentliche Elemente der Arbeit sind Gespräche mit Inhaftierten, Beratung und Begleitung für Familienangehörige, Ausbildung und Vermittlung ehrenamtlicher BetreuerInnen, Gruppenarbeit mit Inhaftierten (im Freizeit- und Kulturbereich, Vermittlung von Fachberatung (z.B. Ehe-, Partnerschafts-, Familien-, Schulden-, Sucht- und Aidsberatung), Entlassungsvorbereitung, Hilfe bei Wohnungssuche und Unterstützung im Umgang mit Behörden. Gemeinsam mit der Straffälligenhilfe der Diakonie in Düsseldorf unterhält der Verein die Beratungsstelle Gefangenenfürsorge Düsseldorf und Übergangswohnungen für Haftentlassene. Unterstützung benötigt der Verein durch Geldspenden oder gezielte Sachspenden (fremdsprachiger Lesestoff, Spiele, Malutensilien, Gitarren, durch Vermietung oder Beschaffung von Zimmern/Wohnungen oder durch Vermittlung eines Arbeitsplatzes. Zum anderen ist aber auch die ehrenamtliche Mitarbeit gefragt: Man kann einem inhaftierten Menschen schreiben, Angehörigen zur Seite stehen, sich an Gesprächsgruppen beteiligen oder einen Gefangenen intensiv ehrenamtlich über längere Zeit begleiten. Dazu gibt es einen Einführungs-Kurs, der an 10 Abenden über den Justizvollzug und unsere Arbeit informiert und die Voraussetzung für die Begleitung von Inhaftierten und Gruppenarbeit bildet.

Unsere Gesprächspartner: Martin Laufen ist Richter am LG Düsseldorf und seit 2016 der Vorsitzende des KGV Düsseldorf; Dominikaner-Pater Wolfgang Sieffert OP, Jg. 1957, Diplom-Theologe, ist seit über 25 Jahren Gefängnis-Seelsorger. Er ist Herausgeber des Gefangenenmagazins „Ulmer Echo“ in der JVA Düsseldorf, Vorsitzender Altstadt-Armenküche e.V., im Initiativkreis Armut in Düsseldorf und in der Seelsorge im Projekt „Offene Kirche der Dominikaner“. Kontakt: Dominikanerkonvent St. Josef, Andreasstr. 27, 40213 Düsseldorf, Tel.: 0211/13634-0, Fax: 0211/13 63 43 0 (Konvent), Mail: PaterWolfgang@gmx.de, Internet: www.dominikaner-duesseldorf.de

Adresse: Katholischer Gefängnisverein Düsseldorf e.V., Oberhausener Str. 30, 40472 Ratingen, Tel. 0211 / 93882-670, Fax 0211 / 93882 679, E-Mail: gefaengnisverein@gmx.de, Internet: http://www.gefaengnisverein.de. Spendenkonto: Kath. Gefängnisverein D-dorf, IBAN DE82 3005 0110 0010 1921 77 (BIC DUSSDEDDXXX, Stadtsparkasse Düsseldorf).

Sonntag, 22.04.2018